Pflegekosten explodieren: CDU-Politiker will Kinder stärker zur Kasse bitten
Lissi StiebitzPflegekosten explodieren: CDU-Politiker will Kinder stärker zur Kasse bitten
Pflegekosten in Deutschland drohen in den nächsten zehn Jahren stark zu steigen. Ohne Änderungen an der aktuellen Politik könnten die Beitragssätze bis 2030 von 3,6 auf 4,6 Prozent klettern. Kinderlose könnten sogar mit Sätzen von bis zu 5,5 Prozent belastet werden.
Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat einen Lösungsvorschlag vorgelegt: Er will erwachsene Kinder stärker an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligen. Dafür soll die Einkommensgrenze für diese Verpflichtung gesenkt werden, die derzeit bei 100.000 Euro pro Jahr liegt.
Stegemann kritisierte zudem Familien, die Vermögen an ihre Kinder übertragen, bevor ein Elternteil pflegebedürftig wird. Diese Praxis bezeichnete er als „Erbschutzmodell auf Kosten der Steuerzahler“. Viele Haushalte nutzen derzeit die Zehn-Jahres-Frist für Schenkungen, um Vermögen frühzeitig zu übertragen und so spätere Pflegekosten zu mindern.
Hinter den steigenden Kosten stehen eine alternde Bevölkerung und eine wachsende Nachfrage nach Langzeitpflege. Ohne Reformen wird die finanzielle Belastung für das System – und für die Einzelnen – weiter zunehmen. Wird nichts unternommen, werden die Beitragssätze weiter steigen, wobei Kinderlose am stärksten betroffen wären.
Stegemanns Vorschläge zielen darauf ab, einen Teil der finanziellen Verantwortung auf besser verdienende erwachsene Kinder zu verlagern. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Senkung der Einkommensgrenze die Lasten für das System verringert – oder ob sie Familien unzumutbar belastet.






