Pflegereform droht Familien mit höheren Kosten zu belasten – Kritik an Warkens Plänen
Albertine StollPflegereform droht Familien mit höheren Kosten zu belasten – Kritik an Warkens Plänen
Eine geplante Reform der deutschen Pflegeversicherung hat Sorgen über steigende Kosten für Familien ausgelöst. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken wird Mitte Mai einen Entwurf vorlegen, doch Kritiker warnen, dass die Änderungen die finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen verschärfen könnten. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa forderte die Politik auf, zusätzliche Eigenanteile bei der stationären Pflege zu vermeiden.
Der diskutierte Vorschlag sieht vor, die Wartezeit bis zur Reduzierung der Eigenbeteiligung in Pflegeheimen von zwölf auf 18 Monate zu verlängern. Zwar könnte dies kurzfristig die Ausgaben des Systems senken, doch Welskop-Deffaa warnte, dass dadurch das gestufte Entlastungsmodell untergraben werde, das die finanziellen Belastungen schrittweise verringern soll.
Sie wies zudem auf die Gefahr von Fehlanreizen hin, etwa wenn Menschen vor dem Einzug in ein Pflegeheim Vermögen auf Familienmitglieder übertragen, um höhere Kosten zu umgehen. Die Reform dürfe nicht zu Kürzungen bei der beitragsfreien Familienmitversicherung, den gestaffelten Beitragssätzen oder den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige führen, betonte sie.
Welskop-Deffaa unterstrich die Bedeutung der generationenübergreifenden Solidarität innerhalb der Familien, die ein zentraler Baustein des Pflegesystems bleibe. Sie forderte eine stärkere Unterstützung für pflegende Angehörige, die eine entscheidende Rolle in der Versorgung übernehmen, aber oft unter finanziellen und emotionalen Belastungen leiden.
Der Wohlfahrtsverband Caritas warnte, dass die Reformen den Druck auf Pflegebedürftige und ihre Familien weiter erhöhen und die ohnehin knappen Ressourcen zusätzlich belasten könnten.
Der Reformentwurf soll von Gesundheitsministerin Nina Warken Mitte Mai vorgestellt werden. Falls umgesetzt, würden die Änderungen die finanzielle Entlastung für Heimbewohner verzögern und möglicherweise mehr Kosten auf die Familien abwälzen. Entscheidend wird sein, ob die Politik die Bedenken hinsichtlich der Bezahlbarkeit und der Unterstützung für pflegende Angehörige aufgreift.






