Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22 Milliarden Euro Fehlbetrag drohen bis 2026
Albertine StollPflegeversicherung vor dem Kollaps: 22 Milliarden Euro Fehlbetrag drohen bis 2026
Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem finanziellen Kollaps – 22 Milliarden Euro Fehlbetrag drohen
Das deutsche System der Pflegeversicherung steuert auf eine schwere Finanzkrise zu: In den kommenden zwei Jahren wird ein Defizit von voraussichtlich 22 Milliarden Euro erwartet. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (SPD) will bis Mitte Mai ein Sparpaket vorlegen – doch Kritiker warnen, dass die geplanten Reformen immer mehr Menschen in die Armut treiben könnten.
Derzeit zahlen Heimbewohner im Schnitt rund 3.200 Euro pro Monat, wobei die staatlichen Zuschüsse schrittweise steigen. Nach Warkens Plänen sollen diese Zuschüsse jedoch später einsetzen, nach viereinhalb Jahren auf 70 Prozent gedeckelt und für stationäre Pflege gekürzt werden. Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass die Betroffenen dadurch monatlich zusätzlich 161 Euro aufbringen müssten. Über den gleichen Zeitraum summieren sich die Mehrkosten pro Bewohner auf fast 20.000 Euro.
Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK, fordert Warken auf, die Pläne zu überdenken. Die Reformen würden die finanzielle Belastung für Familien weiter verschärfen – besonders problematisch sei, dass das Paket auch die Rentenansprüche für Angehörige halbiere, die Pflegebedürftige zu Hause versorgen. Ohne Gegensteuerung drohe die Armutsgefahr unter Pflegebedürftigen deutlich zu steigen, warnt Storm.
Die Bundesregierung betont, die Kürzungen seien notwendig, um das System zu stabilisieren. Angesichts steigender Kosten und schrumpfender Unterstützung fürchten jedoch viele, dass die Reformen vor allem einkommensschwache Haushalte noch stärker belasten werden.
Warkens Vorschläge zielen darauf ab, das 22-Milliarden-Loch in der Pflegekasse zu schließen. Falls umgesetzt, würden die Änderungen Zuschüsse kürzen, Auszahlungen verzögern und die Eigenbeteiligung für Zehntausende erhöhen. Die endgültige Entscheidung über das Sparpaket wird für Mitte Mai erwartet.






