Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Albertine StollPflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps
Das deutsche System der Pflegeversicherung steht unter massivem Druck. Nach 31 Jahren Betrieb warnen Behörden nun vor der größten Krise seiner Geschichte. Steigende Kosten und unbeglichene Schulden haben den Fonds an den Rand der finanziellen Instabilität gebracht.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat auf die sich verschärfenden Probleme hingewiesen. Die Pflegekasse gibt deutlich mehr aus, als sie einnimmt, während die Eigenanteile der Versicherten bereits an ihrer Belastungsgrenze angelangt sind. Warken betonte, dass das aktuelle Modell nur einen Teil der Pflegekosten abdeckt – die entstehenden Lücken ließen sich ohne Reformen nicht schließen.
Die finanziellen Belastungen nehmen weiter zu. Die Bundesregierung schuldet dem Fonds noch immer 5 Milliarden Euro aus unbezahlten COVID-19-Kosten. Zudem wurden in diesem Jahr rund 10 Milliarden Euro nicht erstattet – Geld, das für Rentenbeiträge von pflegenden Angehörigen vorgesehen war. Gleichzeitig haben die Bundesländer ihre Zusagen für Investitionen in Pflegeheime nicht erfüllt. Würden diese Kosten übernommen, könnten die monatlichen Zuzahlungen der Bewohner um etwa 500 Euro sinken.
Warkens Prognosen zeichnen ein düsteres Bild: Für die Jahre 2027 und 2028 erwartet sie ein kumuliertes Defizit von 22,5 Milliarden Euro. Um die Krise zu bewältigen, will sie bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorlegen. Ziel ist es, die finanzielle Tragfähigkeit des Systems zu sichern, ohne es für die Versicherten unerschwinglich zu machen.
Die geplanten Reformen sollen ein System stabilisieren, das kurz vor dem Zusammenbruch steht. Ohne Gegenmaßnahmen werden wachsende Defizite und unerfüllte Verpflichtungen sowohl den Fonds als auch die Pflegebedürftigen weiter belasten. Warkens anstehender Gesetzentwurf wird entscheiden, wie diese finanziellen Lücken in den kommenden Jahren geschlossen werden.






