Philipp Amthor fordert CDU zu klarer Feminismus-Position auf – doch seine Haltung bleibt umstritten
Hans Jürgen ZobelPhilipp Amthor fordert CDU zu klarer Feminismus-Position auf – doch seine Haltung bleibt umstritten
CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, in der Feminismusdebatte eine klarere Position zu beziehen. Er warnte davor, die Diskussion über Gleichberechtigung allein linken Gruppen zu überlassen. Seine Forderung kommt zu einer Zeit, in der die rechtspopulistische AfD an Einfluss auf dieses Thema gewinnt.
Amthor betonte, die CDU und ihre Unionsfraktion stünden bereits für Gleichstellung. Man brauche keine "Anleitung von links". Dennoch steht seine eigene Haltung zu feministischen Themen in der Kritik.
2019 lehnte er einen Vorstoß ab, der eine paritätische Besetzung von Parteilisten vorschrieb – ein Schritt, der mehr Frauen ins Parlament bringen sollte. Vier Jahre später setzte er sich für ein Verbot gendersensibler Sprache in Behörden ein.
Auch bei Abtreibungsrechten positioniert sich Amthor konservativ: Er unterstützt die Beibehaltung des strafrechtlichen Abtreibungsverbots sowie Werbeverbote für Schwangerschaftsabbrüche. Trotz dieser Haltung fordert er nun Männer auf, sich gegen die ungerechte Behandlung von Frauen zu stellen.
Er verwies darauf, dass Frauen oft nach anderen Maßstäben beurteilt würden als Männer: Während es bei Männern auf Argumente ankomme, stehe bei Frauen nicht selten das Äußere im Mittelpunkt.
Amthors aktuelle Äußerungen deuten auf einen Wandel im Ton, nicht unbedingt in der Sache hin. Seine Partei sieht sich nun mit der Frage konfrontiert, wie sie traditionelle Standpunkte mit wachsenden Forderungen nach Gleichberechtigung vereinen kann. Die Debatte dürfte an Fahrt aufnehmen – nicht zuletzt wegen des erstarkten Einflusses der AfD.






