28 March 2026, 16:21

Philologenverband warnt: Sondervermögen vernachlässigt marode Schulen trotz Milliarden-Schulden

Plakat mit der Überschrift "Mangel an Bildung: Der Teufelskreis" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Philologenverband warnt: Sondervermögen vernachlässigt marode Schulen trotz Milliarden-Schulden

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) kritisiert die Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen. Nach Angaben des Verbands fließt trotz steigender Schulden zu wenig Geld in die Schulen. Die Organisation warnt, dass künftige Generationen die Kosten tragen müssten, ohne dass heute spürbare Verbesserungen der Bildungsinfrastruktur zu verzeichnen seien.

Der DPhV fordert, dass mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen explizit für Sanierungen und die Modernisierung von Schulen reserviert werden. Die Bundesvorsitzende, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, betonte, dass vor allem jüngere Steuerzahler die Schulden später zurückzahlen müssten, aktuell aber kaum etwas von den Investitionen in ihren eigenen Schulen hätten. Der Verband verlangt, die Mittel gesetzlich an konkrete Maßnahmen zu binden – darunter Gebäudesanierungen, die Ausstattung mit moderner Technik und die Digitalisierung.

Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts untermauern diese Bedenken. Die Studien zeigen, dass ein Großteil der 2025 aufgenommenen Schulden nicht für neue Investitionen verwendet wurde, sondern bestehende Ausgaben ersetzte. Gleichzeitig deckt der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro vorsieht, nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs ab und wird wegen struktureller Schwächen kritisiert.

Daten der KfW zufolge beläuft sich der Investitionsstau bei Schulgebäuden allein auf 67,8 Milliarden Euro. Der DPhV ruft nun die Bundesländer auf, sich im Rahmen des Sondervermögens gemeinsam für die Priorisierung von Bildung einzusetzen. Allerdings liegen detaillierte Angaben darüber, wie viel Geld tatsächlich in Schulen geflossen ist, nicht vor – das Programm begann erst im Mai 2025 mit der Mittelvergabe und ist auf zwölf Jahre angelegt.

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Artikel 143h des Grundgesetzes schreibt vor, dass das Sondervermögen ausschließlich für zusätzliche Investitionen genutzt werden darf. Doch der DPhV wirft der aktuellen Praxis vor, diese Vorgabe zu verfehlen, sodass Schulen trotz der hohen Kreditaufnahme unterfinanziert blieben. Die Kritik des Verbands fällt in eine Zeit, in der Kommunen mit einem Sanierungsstau von 67,8 Milliarden Euro bei Schulgebäuden kämpfen. Da die Regeln des Sondervermögens vorschreiben, dass die Gelder in neue Investitionen fließen müssen, pocht der DPhV auf strengere Kontrollen, um sicherzustellen, dass die Bildung davon profitiert. Ohne Kurskorrektur, so die Warnung, werde die finanzielle Last auf die jüngeren Generationen abgewälzt – ohne dass sich die Lernbedingungen spürbar verbesserten.

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