Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Jan StahrPsychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben sich in Berlin versammelt, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die vom Aktionsbündnis Psychotherapie organisierte Kundgebung richtete sich gegen eine geplante Senkung der Erstattungssätze um 4,5 Prozent. Auf der Demonstration sprachen Politikerinnen sowie Fachleute aus dem Bereich der psychischen Gesundheit.
Der Protest fand vor Inkrafttreten der Kürzungen statt, die ab dem 1. April 2023 gelten sollen. Die Entscheidung dafür traf der Erweiterte Bewertungsausschuss, ein Gremium, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes angehören.
Die Teilnehmenden hielten Schilder mit Botschaften wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Zu den Rednerinnen zählten Ricarda Lang von den Grünen und Heidi Reichinnek von der Linken. Das Bündnis fordert eine vollständige Rücknahme der beschlossenen Kürzungen.
Das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) hat bis Mitte Mai Zeit, einzugreifen und die Kürzungen möglicherweise zu stoppen. Die Demonstration zeigte den deutlichen Widerstand gegen die anstehenden Gebührenänderungen. Mit dem nahenden Umsetzungstermin wird die Reaktion des Ministeriums entscheiden, ob die Kürzungen tatsächlich kommen. Die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben klar gemacht, dass sie Besorgnis über die Auswirkungen auf die Patientenversorgung und die zukünftigen Kosten haben.






