RAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Kultclubs wie Cassiopeia und Crack Bellmer?
Hans Jürgen ZobelRAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Kultclubs wie Cassiopeia und Crack Bellmer?
Ungewisse Zukunft für Berlins Kultort RAW-Gelände: Betreiber droht Schließung von Clubs nach Entzug der Genehmigungen
Das berühmte RAW-Gelände in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die familiengeführte Eigentümerin, die Kurth-Gruppe, ihre Umbaupläne vorantreibt. Mehrere langjährige Clubs und Kulturstätten sehen sich nun mit Schließungen konfrontiert, nachdem ihre Betriebserlaubnisse widerrufen wurden – was Proteste und politische Unterstützung durch lokale Parteien ausgelöst hat.
Seit 2015 gehört das Gelände der Kurth-Gruppe, die schon lange eine Umgestaltung des Areals fordert. Trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, der Wohnungsbau auf dem Gelände verbietet, plant das Unternehmen nun dennoch den Bau von Wohnungen. In den letzten Monaten hat es sich geweigert, die kurzfristigen Mietverträge für Einrichtungen wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia zu verlängern – ihre Zukunft ist damit ungewiss.
Zwar gibt es einen Entwurf für eine Vereinbarung zwischen Kurth und dem Bezirk, der soziokulturelle Nutzungen bei einer Neugestaltung priorisieren soll. Doch bleibt strittig, wie schnell dieser Plan rechtlich verbindlich umgesetzt werden muss. Zudem hat das Unternehmen eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt und fordert Klarheit in Fragen des Brandschutzes, Lärmschutzes sowie darüber, welche Behörden die Verantwortung übernehmen.
Die Clubbetreiber, die sich dem Druck nicht beugen wollen, fordern eine klare Lösung des Konflikts. Durch den Entzug der Genehmigungen hat Kurth die Nutzung der Räumlichkeiten jedoch bereits für illegal erklärt. Als Reaktion darauf ist für diesen Samstag eine Demonstrations-Rave unter dem Motto "Rave für RAW" geplant – unterstützt von SPD, Grünen und der Linken.
Die Pattsituation lässt die Kulturszene auf dem RAW-Gelände in der Schwebe: Ohne neue Genehmigungen oder eine verbindliche Einigung droht den Clubs die Schließung. Solange keine Kompromisslösung gefunden wird, bleibt die Zukunft der Veranstaltungsorte – und des gesamten Geländes – weiter gefährdet.






