Reformstreit in der Regionalliga: Kompassmodell versus Regionalansatz – wer setzt sich durch?
Hans Jürgen ZobelReformstreit in der Regionalliga: Kompassmodell versus Regionalansatz – wer setzt sich durch?
Streit um Reform der Regionalliga: Kompassmodell gegen Regionalansatz
Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat eine hitzige Debatte unter Vereinen und Funktionären ausgelöst. Im Mittelpunkt des Streits stehen zwei gegensätzliche Modelle: eines mit regionaler Ausrichtung, das andere basierend auf Reiseentfernungen. Befürworter des Kompassmodells argumentieren, es biete mehr Gerechtigkeit, während Kritiker den regionalen Ansatz als tiefgreifend fehlerhaft bezeichnen.
Eine Arbeitsgruppe mit 13 Mitgliedern sprach sich einstimmig für eine Vier-Ligen-Struktur aus, die allen Regionalliga-Meistern den direkten Aufstieg in die 3. Liga garantieren soll. Das Regionalmodell, das von einigen unterstützt wird, sieht jedoch vor, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu nur zwei Ligen zusammenzulegen, während West und Südwest unverändert bleiben. Dieser Vorschlag stößt auf massiven Widerstand.
Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), verurteilte das Regionalmodell als "völlig realitätsfremd" und eine "inakzeptable" Bestrafung für Vereine, die sich kritisch geäußert hätten. Er betonte, das Kompassmodell – das die Ligeneinteilung jährlich nach Reisewegen neu ordnet – sei deutlich fairer.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete das Regionalmodell als "schlechten Scherz" und warf den Verantwortlichen "besorgniserregende Fehleinschätzungen" vor. Toni Wachsmuth, Geschäftsführer von 1. FC Lokomotive Leipzig, bestand darauf, dass die Nordost-Regalliga nicht aufgelöst werden dürfe, und bekräftigte die Unterstützung seines Vereins für das Kompassmodell.
Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", bezeichnete das Regionalmodell als eine politische Entscheidung, die die Zukunft des deutschen Fußballs prägen werde. Unterdessen haben sich rund 70 Vereine in der Reforminitiative hinter das Kompassmodell gestellt und sehen darin den besten Weg nach vorn.
Die Diskussion über die Regionalliga-Reform bleibt weiterhin ungelöst. Während das Kompassmodell breite Unterstützung von Vereinen und Funktionären erhält, wird der regionale Vorschlag wegen seiner wahrgenommenen Ungerechtigkeit scharf kritisiert. Die endgültige Entscheidung wird bestimmen, wie Aufstiegsregeln und Ligastrukturen ab 2025 ausgestaltet werden.






