Regierung bremst Tricks der Vermieter bei möblierten Wohnungen aus
Deutschlands Möbliertes Mietsegment wächst rasant – jetzt greift die Regierung ein
Fast jede dritte Wohnung wird mittlerweile voll möbliert angeboten. Immer mehr Vermieter nutzen befristete Verträge und indexgebundene Mietverträge, um die gesetzlichen Mietpreisbremse zu umgehen und die Mieten über die üblichen Grenzen hinaus zu erhöhen. Nun will die Bundesregierung mit neuen Regeln gegensteuern, um Mieter besser zu schützen.
Der Boom bei möblierten Mietwohnungen ermöglicht es Vermietern, die klassischen Mietobergrenzen zu umgehen. Durch die Ausstattung mit Möbeln können sie höhere Preise verlangen und mit zeitlich begrenzten Verträgen die Mieten häufiger neu ansetzen. Dieser Trend hat sich schnell ausgebreitet – große Immobilienunternehmen wie Heimstaden setzen bei Neumietern mittlerweile fast ausschließlich auf indexgebundene Verträge.
Mit einem aktuellen Gesetzentwurf will die Regierung diese Praktiken eindämmen. Künftig müssen Vermieter Möbelzuschläge offenlegen und begründen. Vorgesehen ist eine Obergrenze von 10 Prozent – doppelt so hoch wie der ursprüngliche Vorschlag von 5 Prozent. Zudem soll eine neue Kommission prüfen, wie Verstöße gegen die Mietpreisbremse stärker geahndet werden können. Die Pläne erinnern an einen Bundesrats-Vorstoß aus dem Jahr 2021, der bereits strengere Regeln für kurzfristige und möblierte Vermietungen forderte.
Besonders umstritten bleiben die indexgebundenen Mietverträge. Da sie die Mietsteigerungen an die Inflation koppeln, können Vermieter – vor allem bei sanierten Wohnungen – die Kosten weiter in die Höhe treiben. Kritiker warnen, dass Mieter ohne schärfere Kontrollen weiterhin mit unvorhersehbaren Belastungen bei den Wohnkosten konfrontiert sein werden.
Die geplanten Reformen zielen auf mehr Transparenz und Fairness im Mietmarkt ab. Falls verabschiedet, werden sie die Aufschläge für Möblierung begrenzen und die Durchsetzung der Mietpreisbremse verschärfen. Experten betonen jedoch, dass langfristige Lösungen vor allem mehr bezahlbaren Wohnraum und klarere Mieterrechte erfordern.






