Rekordbesuch beim Festival: 196.000 Gäste und hitzige Debatten über Kunst und Politik
Jan StahrRekordbesuch beim Festival: 196.000 Gäste und hitzige Debatten über Kunst und Politik
Das diesjährige Festival lockte fast 196.000 Besucher:innen an und stellte damit einen neuen Rekord auf. Zwei Drittel der Menge versammelten sich zur Eröffnungsshow auf dem Heldenplatz, die den Startschuss für ein lebendiges Programm aus Aufführungen und Debatten gab.
Im Mittelpunkt vieler Gespräche stand Milo Raus Republik der Götter. Das fünfwöchige Spektakel löste gesellschaftspolitische Diskussionen aus, insbesondere nach der Einbindung der selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco. Rau selbst bezeichnete die Produktion als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und als Weltpremiere.
Auch andere Werke hinterließen starke Eindrücke. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben stach als unvergessliche Darstellung hervor. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, wobei Ursina Lardis schauspielerische Leistung besonders gelobt wurde. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt.
Nicht alle Produktionen trafen auf gleiche Begeisterung. Susanne Kennedys Parsifal wirkte erstarrt und wurde von Markus Selgs digitalen Visuals überlagert. Gob Squads interaktives Stück Turn war zwar eine Steigerung gegenüber ihrem früheren Doppelgänger, vermochte es aber dennoch nicht vollständig zu fesseln. Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel bildeten seltene Lichtblicke in einem ansonsten durchwachsenen Programm.
Das Festival endete mit gemischten Kritiken für sein künstlerisches Angebot. Doch die rekordverdächtige Besucherzahl und die Begeisterung für bestimmte Aufführungen bestätigten seinen Status als bedeutendes Kulturevent. Die angeregten Debatten und Diskussionen werden wohl noch lange nach dem letzten Vorhang nachhallen.






