Revolution im Bau: Carbonbeton soll 80 Prozent Ressourcen sparen
Hans Jürgen ZobelRevolution im Bau: Carbonbeton soll 80 Prozent Ressourcen sparen
Ein großes neues Projekt will karbonverstärkten Beton in die industrielle Breitenanwendung bringen. Die Initiative C-Factory, geleitet vom Leipziger Unternehmen Kahnt & Tietze GmbH, wurde offiziell im CUBE-Gebäude auf dem Campus der TU Dresden gestartet. Mit 14 Millionen Euro Bundesförderung läuft das Vorhaben bis Ende 2029.
Das CUBE-Gebäude in Dresden zeigt bereits heute das Potenzial dieser Technologie. Als erstes Bauwerk der Welt aus Carbonbeton demonstriert es, wie das Material herkömmlichen stahlbewehrten Beton ersetzen kann. Forscher betonen, dass es bis zu 80 Prozent weniger Ressourcen verbraucht und gleichzeitig schlankere, leichtere und langlebigere Bauteile ermöglicht.
An dem Projekt sind Wirtschaft und Wissenschaft beteiligt, darunter die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und die TU Dresden. In den kommenden vier Jahren entsteht in Leipzig eine Pilotanlage, um großindustrielle Produktionsverfahren zu erproben. Ziel ist es, Carbonbeton aus den Laboren in den breiten Baustoffmarkt zu überführen.
Der deutsche Bausektor ist derzeit für 40 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Durch den Einsatz des neuen Materials könnte die Branche ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verringern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Vorhaben mit rund 14 Millionen Euro.
Die C-Factory markiert einen entscheidenden Schritt zur Industrialisierung von Carbonbeton. Gelingt das Projekt, könnte die Leipziger Pilotanlage als Vorbild für eine flächendeckende Einführung dienen – und so helfen, sowohl den Ressourcenverbrauch als auch die Emissionen im Bausektor zu senken.






