Riester-Rente adé: Deutschland führt Generationenkapital als neue Altersvorsorge ein
Albertine StollRiester-Rente adé: Deutschland führt Generationenkapital als neue Altersvorsorge ein
Deutschland schafft die Riester-Rente ab und führt ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt ein. Die Einigung der Koalitionspartner zielt darauf ab, die private Altersvorsorge durch eine kostengünstige und ertragsstarke Standardlösung zu vereinfachen. Verbraucherschützer begrüßen den Schritt nach jahrelangen Forderungen nach einer Reform.
Die Bundesregierung hatte zunächst versprochen, die Riester-Rente abzuschaffen und ein neues System einzuführen. Erste Pläne sahen vor, dass Anbieter eigene Standardprodukte auf Provisionsbasis anbieten würden. Doch die Verhandlungen entwickelten sich hin zu einem zentralisierten Ansatz.
Die endgültige Vereinbarung sieht ein einziges Standardprodukt vor, das den Namen Generationenkapital trägt und 2025 eingeführt wird. Im Gegensatz zum schwedischen Modell sind die Kosten auf 0,4 Prozent gedeckelt – niedriger als die variablen Sätze in Schweden – und die Gelder werden zu 60 Prozent in Aktien und zu 40 Prozent in Anleihen investiert. Das Produkt setzt auf langfristiges Wachstum ohne garantierte Renditen, während Geringverdiener staatliche Zuschüsse erhalten.
Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), bezeichnete die Einigung als "Meilenstein" nach einem Jahrzehnt des Einsatzes für Veränderungen. Der neue Standard solle als Maßstab für private Alternativen dienen und Verbrauchern eine klare, bezahlbare Sparmöglichkeit bieten. Pop sprach von einem "guten Tag" für alle, die für ihren Ruhestand vorsorgen.
Nun geht es darum, das Standardprodukt und den Zugang dazu für Sparer so einfach wie möglich zu gestalten. Die Vereinbarung schafft die alte Riester-Rente ab und führt eine schlanke, kostengesteuerte Option ein. Staatliche Zuschüsse kommen gezielt Geringverdienern zugute.






