27 April 2026, 12:32

Sachsen-Anhalt: Jeder Vierte verdient unter 15 Euro – Kontrollen fast eingestellt

Eine Liniendiagramm-Illustration der Lohntrends in den Vereinigten Staaten, begleitet von erklärendem Text.

Sachsen-Anhalt: Jeder Vierte verdient unter 15 Euro – Kontrollen fast eingestellt

Lohnkontrollen in Sachsen-Anhalt stark eingeschränkt – viele Beschäftigte erhalten zu wenig Lohn

Neue Zahlen zeigen: Fast ein Viertel der Arbeitnehmer:innen in Sachsen-Anhalt verdient weniger als 15 Euro pro Stunde, während Betriebsprüfungen dramatisch zurückgegangen sind. Kritiker fordern nun dringend Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsschutzes – noch vor der geplanten Erhöhung des Mindestlohns im Jahr 2027.

Laut aktuellen Daten erhalten 23,3 Prozent aller Beschäftigten im Land weniger als 15 Euro Stundenlohn. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt der Anteil sogar bei 35 Prozent. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 13,90 Euro und soll 2027 auf 14,60 Euro steigen.

Doch die Durchsetzung der Arbeitsgesetze ist in den vergangenen Jahren zusammengebrochen. Die Kontrollen durch den Zoll, die Lohnverstöße aufdecken sollen, liegen mittlerweile bei nur noch 42,4 Prozent des Niveaus von 2022. Statistisch gesehen muss ein Unternehmen in der Region alle 90 Jahre mit einer Prüfung rechnen – in der Landwirtschaft dauert es sogar durchschnittlich 234 Jahre, bis ein Betrieb kontrolliert wird.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) führte 2022 noch 1.598 Arbeitgeberprüfungen durch. Bis 2025 sank diese Zahl auf 691. Gleichzeitig verringerte sich die Anzahl der angemeldeten Betriebe von 65.738 im Jahr 2022 auf 62.211 im Jahr 2025.

Der Linken-Abgeordnete David Schliesing spricht von einer "Kontrollblindheit" aufgrund massiven Personalmangels. Er fordert spezielle Staatsanwält:innen für die Verfolgung von Lohnverstößen sowie sofortige Verstärkung der Zollteams. Mit Blick auf die geplante Mindestlohnerhöhung 2027 dürfte die Debatte über faire Bezahlung und schärfere Kontrollen weiter an Fahrt aufnehmen.

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Angesichts historisch niedriger Prüfquoten und weit verbreiteter Unterbezahlung wächst der Druck auf die Behörden, endlich zu handeln. Die für 2027 vorgesehene Mindestlohnerhöhung wird die bestehenden Vollzugsdefizite noch stärker in den Fokus rücken. Ohne wirksamere Überwachung könnten Beschäftigte in Sachsen-Anhalt auch künftig mit anhaltenden Lohnverstößen konfrontiert sein.

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