19 April 2026, 06:22

Schneiders umstrittene Windrad-Pläne: Ausbau in windschwachen Regionen soll Netz stabilisieren

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Schneiders umstrittene Windrad-Pläne: Ausbau in windschwachen Regionen soll Netz stabilisieren

Bundesumweltminister Carsten Schneider will Windräder in windschwachen Regionen ausbauen

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat vorgeschlagen, Windkraftanlagen auch in die windärmsten Regionen Deutschlands auszuweiten. Das Vorhaben soll den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, stößt jedoch auf Kritik wegen der damit verbundenen Kosten und der geringeren Effizienz. Gegner argumentieren, dass die Maßnahme die Strompreise weiter in die Höhe treiben könnte – eine zusätzliche Belastung für Industrien, die bereits unter hohen Energiekosten ächzen.

Nach geltendem Recht begrenzt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Förderung von Windkraft auf 11 Gigawatt. Schneider strebt nun an, bis 2030 weitere 12 Gigawatt hinzuzufügen, wofür etwa 2.000 neue Anlagen nötig wären. Viele davon sollen in Regionen mit schwachem Wind entstehen, insbesondere in Bayern, wo bereits 76 Prozent der bestehenden Windräder unter solchen Bedingungen betrieben werden.

Aktuell nutzt die Bundesregierung ein sogenanntes "Referenzertragsmodell", um Subventionen für Windräder in windschwachen Gebieten zu erhöhen. Dieses System gleicht zusammen mit einem "Korrekturfaktor" den natürlichen Nachteil aus, indem es höhere Vergütungen garantiert. Schneider will das Modell beibehalten – obwohl im Koalitionsvertrag eine Überprüfung der Kosteneffizienz vereinbart wurde.

Befürworter, darunter das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, betonen, dass eine flächendeckende Verteilung der Windräder das Stromnetz stabilisiere und teure Fernleitungen überflüssig mache. Doch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt den Plan ab. Sie plädiert stattdessen für eine Konzentration auf "Engpassregionen", in denen erneuerbare Energien produktiver wären.

Industrieverbände warnen vor weiteren Kostensteigerungen. Deutschland hat bereits die höchsten Strompreise Europas, und energieintensive Branchen fordern Tarife von maximal sechs Cent pro Kilowattstunde. Die Subventionierung von Windrädern in windschwachen Zonen könnte dieses Ziel noch schwerer erreichbar machen.

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Schneiders Vorschlag würde die Windkraftkapazität bis 2030 ausbauen, belastet aber möglicherweise die deutsche Industrie zusätzlich. Die Debatte dreht sich um die Frage, ob die Netzstabilität die höheren Förderkosten in weniger effizienten Regionen rechtfertigt. Eine endgültige Entscheidung hängt von weiteren Verhandlungen innerhalb der Koalitionsregierung ab.

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