15 April 2026, 22:21

Schwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "verstreutes Hotel"-Konzept

Schwarz-weiß-Foto eines Dorfs mit Reetdächern, einer Straße, einem Zaun, Bäumen und einem Himmel im Hintergrund, mit Text unten.

Schwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "verstreutes Hotel"-Konzept

Ein neues Tourismusprojekt nimmt im Schwarzwald Gestalt an: Gesucht wird ein Dorf, das sich in ein "verstreutes Hotel" verwandeln möchte. Mit dem Konzept des Albergo Diffuso – auf Deutsch etwa "verstreutes Hotel" – sollen Gästezimmer auf mehrere Gebäude verteilt werden, während Frühstück und Abendessen in lokalen Betrieben angeboten werden. Unterstützt von regionalen Tourismusverbänden und Landesmitteln, zielt die Initiative darauf ab, ruhige Dorfkerne zu beleben und leerstehende Häuser sinnvoll zu nutzen.

Inspiriert ist das Vorhaben von erfolgreichen Beispielen aus der Schweiz. So wurde das winzige Dorf Corippo mit nur 14 Einwohnern bereits 2017 zu einem Albergo Diffuso und zieht seitdem Besucher an, ohne seinen ländlichen Charme zu verlieren. Noch jünger ist das Projekt in Grengiols: Dort startete 2024 unter dem Namen Poort an Poort ("Tür an Tür") eine ähnliche Initiative mit rund 400 Einwohnern. Das Schwarzwald-Projekt orientiert sich an diesem Modell, verlangt aber, dass die beteiligten Gebäude maximal 400 Meter voneinander entfernt liegen.

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Die Bewerbungsphase für das Projekt lief bereits in diesem Jahr an – drei Dörfer haben bereits konkrete Vorschläge eingereicht, fünf weitere zeigen großes Interesse. Bewerbungsschluss ist der 30. März, die Entscheidung für den ausgewählten Standort soll bis Ende April fallen.

Verantwortlich für das Vorhaben sind die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und die Compass Tourismus Partner eG (co:compass). Die Finanzierung übernimmt das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Neben der Stärkung des Tourismus geht es darum, die Verbindung zwischen Gästen und Einheimischen zu vertiefen und brachliegende Immobilien neu zu beleben.

Gelingt das Projekt, werden in dem ausgewählten Dorf leerstehende Häuser zu Gästezimmern umgebaut, während Mahlzeiten in nahegelegenen Bäckereien und Gasthäusern serviert werden. Das Modell könnte eine nachhaltige Lösung sein, um ländliche Gemeinden zu erhalten und Touristen ein authentisches Erlebnis zu bieten. Die finale Standortentscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.

Quelle