Schweinsteigers Worte entfachen Rassismus-Debatte trotz ivorischem WM-Erfolg
Hans Jürgen ZobelSchweinsteigers Worte entfachen Rassismus-Debatte trotz ivorischem WM-Erfolg
Die deutsche Mannschaft sicherte sich mit einem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste den Erfolg in ihrem Gruppenspiel. Unterdessen entfachte eine Kontroverse nach Äußerungen von Bastian Schweinsteiger über den Spielstil der ivorischen Mannschaft. Seine Bemerkungen lösten eine breite Debatte unter Trainern, Journalisten und Fernsehkommentatoren aus.
In einer Diskussion bezeichnete Schweinsteiger den Fußball der Elfenbeinküste als „etwas afrikanischen Fußball, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch nicht ganz so taktisch geprägt“. Später präzisierte er, er habe niemanden verletzen wollen und seine Worte als reine fußballerische Analyse verstanden.
Der ivorische Trainer Emerse Faé kritisierte die Aussagen scharf und bezeichnete sie als rassistisch. Später äußerte er die Hoffnung, Schweinsteigers Worte seien ein unglücklicher Ausdruck gewesen und spiegelten nicht seine wahre Haltung wider. Faé hatte seine Mannschaft gerade zu einem historischen 2:0-Sieg gegen Curaçao geführt und damit erstmals die Qualifikation für die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft erreicht.
ARD-Programmdirektor Axel Balkausky verteidigte Schweinsteiger und argumentierte, es handele sich um eine fachliche Einschätzung und nicht um Rassismus. Jürgen Klopp, auf die Thematik angesprochen, wirkte überrascht und verzichtete auf eine weitere Stellungnahme.
Einige Kommentatoren, darunter der schwarze Journalist Philipp Awounou, verurteilten die Äußerungen als Verstärkung rassistischer Klischees. Awounou schrieb im Spiegel, die Charakterisierungen erinnerten an alte koloniale Vorurteile, auch wenn er Schweinsteiger selbst keinen Rassismus unterstelle.
Die Diskussion um Schweinsteigers Worte hielt parallel zum historischen Erfolg der Elfenbeinküste an. Seine Aussagen stießen auf Kritik und Verteidigung, während der Einzug der Mannschaft in die nächste Runde einen Meilenstein in ihrem WM-Verlauf markierte. Die Debatte zeigte einmal mehr, wie sensibel der Umgang mit Sprache im Fußball ist.
