04 April 2026, 16:23

SPD fordert radikale Steuerreformen trotz schwacher Wachstumsprognose von nur 0,6 Prozent

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SPD fordert radikale Steuerreformen trotz schwacher Wachstumsprognose von nur 0,6 Prozent

Deutschlands Wirtschaftswachstum für 2023 auf magere 0,6 Prozent gesenkt – SPD drängt auf Steuerreformen

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Die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 wurde auf nur noch 0,6 Prozent nach unten korrigiert, unter anderem wegen der Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Vor diesem Hintergrund fordert die SPD weitreichende Steuerreformen, um die Belastung für Geringverdiener zu verringern. Geplant sind höhere Abgaben für Vermögende, Erbschaften und Kapitalerträge – eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (MwSt.) wird hingegen ausgeschlossen.

Die Sozialdemokraten kritisieren, dass das aktuelle Steuersystem in Deutschland die Reichen auf Kosten von Arbeitnehmern mit niedrigen und mittleren Einkommen begünstige. Die SPD-Abgeordnete Wiebke Esdar betonte, dass die Lasten unverhältnismäßig stark auf den Schultern derer lägen, die weniger verdienen. Um dies zu ändern, will die Partei die Einkommensteuer so reformieren, dass 95 Prozent der Beschäftigten weniger zahlen, während Spitzenverdiener stärker zur Kasse gebeten werden.

Ein zentraler Vorschlag ist die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, eine Forderung, die bereits seit Langem von der Linken erhoben wird. Dem SPD-Plan zufolge sollen Nettovermögen über einer Million Euro besteuert werden, wobei Betriebsvermögen bis zu fünf Millionen Euro freigestellt würden. Dadurch könnten den Bundesländern und Kommunen jährlich zwischen 100 und 147 Milliarden Euro zufließen. Baden-Württemberg könnte beispielsweise 14,5 Milliarden Euro zusätzlich erhalten, Sachsen-Anhalt 2,3 Milliarden. Vergleichbare Abgaben gibt es bereits in Spanien, Norwegen und der Schweiz – Deutschland hatte seine Vermögenssteuer 1997 ausgesetzt.

Zudem schlägt die SPD Reformen bei der Erbschaftssteuer und den Regeln für Kapitalerträge vor. Die konservative Union (CDU/CSU) lehnt die Vermögenssteuer jedoch ab und setzt stattdessen auf höhere Spitzensteuersätze bei der Einkommensteuer. Einige Ökonomen haben stattdessen eine Anhebung der Mehrwertsteuer ins Spiel gebracht, doch die SPD weist dies entschieden zurück – mit der Begründung, dass dies einkommensschwache Haushalte besonders hart treffen würde. Neben den Steueränderungen denkt die Partei auch über Ausgabenkürzungen nach, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

Die SPD-Vorschläge zielen darauf ab, die Steuerlast von Arbeitnehmern auf Vermögende zu verlagern – und das in einer Phase, in der die Wachstumsaussichten Deutschlands ohnehin schwächeln. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würde dies eine deutliche Wende bei der Finanzierung öffentlicher Leistungen bedeuten. Nun geht es darum, ob die Pläne genug politische Unterstützung finden, um Gesetz zu werden.

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