UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – Markt und Politik in Aufruhr
Hans Jürgen ZobelUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – Markt und Politik in Aufruhr
UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank – Markt reagiert mit Erschütterung
Die UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und damit für Aufruhr an den Märkten gesorgt. Die am Montag bekannt gegebene Offerte löste bereits scharfe Reaktionen von Investoren, Politikern und Arbeitnehmervertretern aus. Der Aktienkurs der Commerzbank schnellte um fast 10 Prozent nach oben und beflügelte die allgemeine Marktstimmung.
Laut dem Vorschlag würde die Commerzbank mit 30,80 Euro pro Aktie bewertet; für jede Commerzbank-Aktie sollen 0,485 neue UniCredit-Aktien angeboten werden. Analysten werten den Schritt als strategischen Vorstoß von UniCredit-Chef Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.
Die deutsche Bundesregierung lehnt die Übernahme seit Bekanntwerden der Pläne im März 2024 konsequent ab. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte diese Haltung im März 2026 und betonte die Notwendigkeit einer starken und unabhängigen Commerzbank. Mit einem Anteil von 12 Prozent an der Bank blockiert die Regierung seit September 2024 jeden Verkaufsversuch – eine Position, die sie bis heute aufrechterhält. Auch Arbeitnehmervertreter wie die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank verurteilten das Angebot scharf.
Die Marktteilnehmer zeigten sich gespalten: Während der Kursanstieg der Commerzbank den DAX stützte, gerieten zyklische Werte sowie Reise- und Luftfahrtunternehmen wie Lufthansa, TUI und Beiersdorf unter Druck – ausgelöst durch steigende Ölpreise. Gleichzeitig profitierte Bayer von positiven Studienergebnissen, und Siemens Energy verzeichnete Gewinne. Der DAX notiert derzeit bei rund 23.574 Punkten, etwa 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Händler beobachten nun gespannt die politischen und unternehmerischen Reaktionen; eine wichtige Unterstützungsmarke liegt bei 22.900 Punkten, ein möglicher Aufschwung wäre bei einer Rückkehr über die 24.000-Punkte-Marke zu erwarten.
Das Übernahmeangebot setzt die Commerzbank-Führung unter Zugzwang und stellt die Entschlossenheit der Regierung auf die Probe. Scheitert der Deal, könnte UniCredit Rückschläge erleiden, während der Commerzbank-Kurs wieder nachgeben dürfte. Für den DAX wird sich in den kommenden Tagen entscheiden, wie Berlin und Frankfurt auf die Offerte reagieren – und welche Richtung der Index einschlägt.






