Verfallene "Grüne Tanne" in Halle: Warum das historische Juwel zerfällt
Hans Jürgen ZobelVerfallene "Grüne Tanne" in Halle: Warum das historische Juwel zerfällt
Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) verfällt zusehends
An der Ecke Mansfelder Straße und Tuchrahmen in Halle (Saale) verfallen die Gebäude eines historischen Komplexes. Dazu gehört die seit langem verlassene Gaststätte „Grüne Tanne“, deren Fassade mittlerweile von Graffiti überzogen ist und in der sich wild wuchernde Vegetation ausbreitet. Aufgrund der Baufälligkeit musste die Stadt den Gehweg aus Sicherheitsgründen absperren.
Die „Grüne Tanne“ steht bereits seit Jahren leer. Seit 15 Jahren führt die Stadt das Objekt auf ihrer „Roten Liste“ der gefährdeten Denkmale – doch der Verfall schreitet unaufhaltsam voran. Ein jüngster Brand schwächte die Bausubstanz zusätzlich und lässt befürchten, dass Mauerteile einstürzen könnten.
Der Frankfurter Projektentwickler Norsk hatte ursprünglich geplant, den Komplex zu sanieren und zu erweitern. Doch das Unternehmen meldete Insolvenz an, woraufhin alle Arbeiten eingestellt wurden. René Rebenstorf, Leiter des städtischen Bauamts, bezeichnete die Lage als „dramatisch“ und räumte ein, dass Gespräche mit dem Insolvenzverwalter bisher kaum Fortschritte gebracht hätten.
Die Stadt hat nun rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer eingeleitet. Gleichzeitig prüft sie Notfallmaßnahmen, um den Gehweg wieder für Fußgänger freizugeben. Ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen hat zudem Interesse signalisiert, die bestehenden Gebäude zu retten – allerdings ohne Neubauten zu errichten.
Für die Öffentlichkeit bleibt das Gelände weiterhin gesperrt. Während rechtliche Klärungen und mögliche Rettungsversuche laufen, gestaltet sich der Prozess zäh. Das Ziel der Stadt bleibt, das Areal zu sichern, den Zugang langfristig wiederherzustellen und dabei den historischen Charakter zu bewahren.






