Wirtschaftselite trifft sich in Bad Saarow: Ostdeutsches Forum diskutiert Reformstau und Wachstumschancen
Lissi StiebitzWirtschaftselite trifft sich in Bad Saarow: Ostdeutsches Forum diskutiert Reformstau und Wachstumschancen
Ostdeutsches Wirtschaftsforum: Treffen der Wirtschaftselite in Bad Saarow
Vom 31. Mai bis 2. Juni 2023 kommen im brandenburgischen Bad Saarow Spitzenvertreter der Wirtschaft zum Ostdeutschen Wirtschaftsforum zusammen. Täglich werden rund 350 Teilnehmer erwartet, die über wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen diskutieren. Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Frustration über stockende Reformen und nachlassendes Unternehmervertrauen wächst.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einer zunehmenden Verunsicherung in den Unternehmen. Hauptgeschäftsführer Holger Lösch beschrieb die Stimmung unter den Firmen als „tief entmutigt, ja sogar frustriert“ – ausgelöst durch die anhaltenden Reformstreitigkeiten in Berlin. Besonders in einem Wahljahr müsse die Regierung die Risiken eines Scheiterns erkennen, betonte er.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) werden am Forum teilnehmen. Geplant sind Gespräche mit Industrievertretern über die Reformagenda. Lösch forderte die Regierung auf, eine klare Vision für die Zukunft des Landes vorzulegen.
Trotz der wirtschaftlichen Schwächephase soll das Forum Wachstumspotenziale aufzeigen. Lösch hob insbesondere die Rüstungsindustrie als Schlüsselsektor für Ostdeutschland hervor. Verfügbare Flächen und eine gut ausgebaute Infrastruktur böten demnach günstige Voraussetzungen für eine Expansion.
Der BDI pocht seit Langem auf weniger bürokratische Hürden. Stattdessen fordert der Verband mehr Flexibilität bei Innovation und Investitionen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Das Forum findet in einer kritischen Phase für die deutsche Wirtschaft statt. Die Wirtschaftselite wird Druck auf die Politik ausüben, um Reformen voranzutreiben – gleichzeitig lotet sie neue industrielle Chancen aus. Die Ergebnisse könnten die wirtschaftspolitischen Debatten der kommenden Monate prägen.






