WM-Debakel oder Aufbruch? Deutschlands Nationalmannschaft zwischen Hoffnung und alten Mustern
Lissi StiebitzWM-Debakel oder Aufbruch? Deutschlands Nationalmannschaft zwischen Hoffnung und alten Mustern
Deutschlands WM-Auftritt offenbart Stärken und alte Schwächen
Die deutsche Nationalmannschaft hat im Turnierverlauf sowohl Momente der Klasse als auch anhaltende Defizite gezeigt. Zwar blitzte gelegentlich das bekannte Potenzial auf, doch gegen gut organisierte Gegner tat sich das Team schwer. Fans und Experten analysieren die Leistungen nun kritischer als in früheren Turnieren.
Der DFB war mit einer klaren Zielsetzung in die WM 2026 gestartet: ein ruhigeres, sportlich fokussiertes Turnier. Doch die ersten Spiele brachten vertraute Probleme ans Licht. Zwar besiegte Deutschland Curaçao, doch gegen die Elfenbeinküste und Ecuador patzte die Mannschaft – und stellte damit ihre Konstanz infrage.
Besonders die Abwehr wirkt anfällig, vor allem unter Druck auf Joshua Kimmich und Manuel Neuer. Julian Nagelsmann räumte vor dem Spiel gegen Paraguay Lücken in der Physis und bei Zweikämpfen ein. Im Angriff, wo ähnliche Spielertypen dominieren, wird das Spiel oft berechenbar, sobald Gegner die Mitte verstellen.
Trotz der Schwierigkeiten lobte Rudi Völler den Kampfgeist und die Leidenschaft der Mannschaft. Vor dem Duell mit Paraguay – das in der Qualifikation bereits Brasilien und Argentinien geschlagen hatte – zeigte er sich zuversichtlich. Nathaniel Phillips und Deniz Undav stachen mit ihrer Dynamik hervor und brachten frischen Schwung in eine sonst oft behäbig wirkende Truppe.
Doch bleibt fraglich, ob Deutschland taktisch starke, aggressiv pressende Teams überwinden kann. Beim DFB und in der Öffentlichkeit wächst die Erkenntnis, wie tiefgreifend die Probleme sind. Der verstärkte Fokus auf sportliche Leistungen hat nur die Erwartungen an jedes einzelne Spiel erhöht.
