07 April 2026, 14:40

Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Kolumbus in den USA und ein NS-Opfer in Brandenburg

Ein Gebäude mit einer Holocaust-Gedenktafel, einem Fenster, einer Tür, einer Außenleuchte, einer Kette und einigen Pflanzen.

Zwei Denkmäler, zwei Geschichten: Kolumbus in den USA und ein NS-Opfer in Brandenburg

Zwei Denkmäler – eines in den USA, ein anderes in Deutschland – haben kürzlich Aufmerksamkeit erregt, da sie gegensätzliche Zwecke verfolgen. In Washington wurde ein Christopher-Kolumbus-Denkmal in der Nähe des Weißen Hauses wieder aufgestellt und löste damit eine Debatte über die koloniale Vergangenheit aus. Unterdessen ehrt ein Mahnmal in Brandenburg Jutta Baumwol, ein Opfer von NS-Zwangsarbeit, und bewahrt so ihre Geschichte vor dem Vergessen.

2020 ordnete der damalige US-Präsident Donald Trump die Aufstellung einer Kolumbus-Statue neben dem Eisenhower Executive Office Building an. Dies geschah während landesweiter Proteste gegen rassistische Ungerechtigkeit, als viele Städte Denkmäler mit Bezug zu Kolonialismus und Unterdrückung entfernten. Italienisch-amerikanische Gruppen begrüßten die Entscheidung und argumentierten, sie bewahre das kulturelle Erbe.

Auf der anderen Seite der Welt erzählt eine andere Statue eine weit düsterere Geschichte. 2018 neben einer Landstraße in Brandenburg errichtet, markiert sie den Eingang zum Gut Neuendorf im Sande. In den frühen 1940er-Jahren wurden hier unter der NS-Herrschaft Zwangsarbeiter festgehalten. Jutta Baumwol, eine der Deportierten, wurde später in Auschwitz ermordet.

Das Mahnmal geht auf die Initiative von Baumwols Bruder zurück, der ihr Andenken bewahren wollte. Jährlich versammeln sich Besucher am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai). In diesem Mai wäre sie 101 Jahre alt geworden – ein Anlass, der dem Ort neue Aufmerksamkeit schenkt. Im Gegensatz zur Kolumbus-Statue steht dieses Denkmal als leiser Akt des Widerstands gegen das historische Vergessen.

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Während das US-Denkmal die Debatte über nationale Identität neu entfacht, erinnert die deutsche Statue an die Opfer von Grausamkeit. Beide zeigen, wie kollektives Gedächtnis geprägt wird – einmal durch politische Provokation, einmal durch persönliche Trauer.

Das Kolumbus-Denkmal bleibt ein umstrittenes Symbol der kolonialen Vergangenheit Amerikas, unterstützt von Gruppen, die sein Erbe verteidigen. In Brandenburg zieht Baumwols Mahnmal weiterhin diejenigen an, die NS-Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen. Jede Statue zwingt auf ihre Weise zur Auseinandersetzung mit der Geschichte – die eine durch Kontroverse, die andere durch stille Erinnerung.

Quelle