01 May 2026, 22:24

1. Mai: Von Hexenflügen, Maibäumen und politischen Kämpfen in Europa

Schwarzes und weißes Bild einer Gruppe von Menschen, die eine Straße entlanggehen und Fahnen halten, mit Hüten, Bäumen, Gebäuden und einem Maibaum im Hintergrund.

1. Mai: Von Hexenflügen, Maibäumen und politischen Kämpfen in Europa

Der 1. Mai vereint in Europa uralte Bräuche, politische Geschichte und ausgelassene Feiern. Von römischen Festen bis hin zu modernen Arbeiterbewegungen trägt der Tag für verschiedene Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. In Deutschland verbindet er politische Kundgebungen, volkstümliche Traditionen und nächtliches Treiben.

Die Wurzeln des Maifeiertags reichen bis zu den alten Römern zurück, die vom 28. April bis zum 3. Mai das Floralia-Fest begingen – eine Huldigung an Flora, die Göttin der Blumen und des Frühlings. Jahrhunderte später erhielt das Datum eine neue Bedeutung, als die amerikanische Arbeiterbewegung es wählte, um an eine Massenkundgebung in Australien im Jahr 1856 zu erinnern.

In Deutschland ist die Nacht vor dem 1. Mai als Walpurgisnacht bekannt, benannt nach der Heiligen Walburga. Der Volksglaube besagt, dass in dieser Nacht Hexen durch die Lüfte fliegen. Andere nennen sie Tanz in den Mai – ein Fest, bei dem die Menschen mit Musik und Maifeuern den Frühling begrüßen.

Der Maibaum ist ein zentrales Symbol in den deutschsprachigen Regionen. Dörfer errichten hohe, mit Bändern geschmückte Stangen auf öffentlichen Plätzen, während in alpinen Gemeinden das Maibaumklettern praktiziert wird – das Besteigen des Baumes. Eine weitere Tradition, der Liebesmai, sieht unverheiratete Männer kleinere Maibäume vor den Häusern ihrer Liebsten aufstellen.

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Berlin bleibt das Zentrum der Maifeierlichkeiten. Im Bezirk Kreuzberg findet eine große linksgerichtete Demonstration statt, wobei die letzten schweren Straßenschlachten im Jahr 2010 stattfanden. Heute erkunden historische Führungen die rebellische Vergangenheit des Viertels. Gleichzeitig füllen sich die Parks der Stadt mit Open-Air-Raves und Partys. Schon der Dichter Eduard Mörike fing im 19. Jahrhundert die Stimmung der Jahreszeit ein, als er schrieb: „Der April ist kaum der Lenz, / er ist weder halb noch ganz.“

Der 1. Mai verbindet Geschichte, Politik und Volksbräuche in einem einzigen Fest. Während die einen die Arbeiterrechte ehren, tanzen andere in den Frühling oder errichten Maibäume. Die Traditionen – ob uralt oder modern – prägen bis heute, wie dieser Tag jedes Jahr begangen wird.

Quelle