06 February 2026, 17:10

2.200 Euro für zwei Hotelzimmer: Landkreis rechtfertigt hohe Dienstreisekosten

Ein Plakat mit Text und Logo, das besagt: "Wenn Unternehmen versteckte Gebühren in Familienrechnungen einführen, kann das Hunderte Dollar im Monat aus ihren Taschen ziehen."

Sturm um die Hotelrechnung des Landrats - 2.200 Euro für zwei Hotelzimmer: Landkreis rechtfertigt hohe Dienstreisekosten

Eine kürzliche Hotelbuchung für zwei Beamte aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim sorgt für Aufsehen. Der Landrat und eine Mitarbeiterin nahmen an einer Konferenz teil, wobei ihr dreitägiger Aufenthalt über 2.000 Euro kostete. Kritiker bezeichnen die Ausgaben als übertrieben, während die örtlichen Behörden die Entscheidung als notwendig verteidigen.

Die beiden Zimmer wurden kurzfristig reserviert, nachdem zuvor keine günstigeren oder passenden Alternativen gefunden worden waren. Die Gesamtkosten beliefen sich laut Kreisverwaltung auf 2.200 Euro. Zum Vergleich: Drei andere Zimmer, die im Voraus gebucht worden waren, schlugen mit 1.500 Euro zu Buche.

Der Bund der Steuerzahler verurteilte die Ausgaben scharf und sprach von "Luxus-Übernachtungen". Der Landesvorsitzende der Organisation fügte hinzu, hier habe jemand "jedes Maß verloren". Die Kritik kommt nach einem NDR-Bericht aus dem Jahr 2023, der enthüllte, dass eine Hotelrechnung für den Landkreis in Hamburg fast 2.600 Euro betragen hatte.

Lokale Vertreter wiesen die Vorwürfe zurück. Sie argumentierten, die Kosten seien im Rahmen einer Dienstreise gerechtfertigt und würden vom Landkreis getragen. Daten zu den durchschnittlichen Übernachtungskosten von Beamten in den vergangenen drei Jahren liegen nicht vor, da solche Details üblicherweise in internen Berichten festgehalten werden, die nicht öffentlich einsehbar sind.

Der Streit zeigt die unterschiedlichen Auffassungen über öffentliche Ausgaben für Dienstreisen. Während der Landkreis betont, die hohen Kosten seien aufgrund der kurzfristigen Buchung und fehlenden Alternativen unvermeidbar gewesen, stellen Steuerzahler-Vertreter die Notwendigkeit solcher Ausgaben weiterhin infrage.