05 February 2026, 01:10

Acht Jahre Haft für Maja T. – und ein politischer Eklat zwischen Ungarn und Deutschland

Eine detaillierte Karte von Ungarn und Rumänien aus dem Jahr 1941, die den geplanten Süddeutschen Pufferstaat hervorhebt, mit Städten, Flüssen und anderen geografischen Merkmalen.

Acht Jahre Haft für Maja T. – und ein politischer Eklat zwischen Ungarn und Deutschland

Maja T. wurde von einem ungarischen Gericht wegen versuchten schweren Körperverletzungsdelikts und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu acht Jahren Haft verurteilt. Der Fall hat scharfe Kritik deutscher Politiker ausgelöst, die die Fairness des Verfahrens infrage stellen und nun auf ihre Verlegung nach Deutschland drängen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst 24 Jahre Haft gefordert, später jedoch einen Vergleichsvorschlag von 14 Jahren unterbreitet. Schließlich verhängte das Gericht eine Strafe von acht Jahren – ein Rückschlag für die Anklage, wie Verteidiger Sven Richwin betonte. Er deutete an, dass sich die Strafe verkürzen ließe, falls Maja T. in ein deutsches Gefängnis verlegt werde.

Deutsche Abgeordnete üben massive Kritik am Verfahren. Carmen Wegge (SPD) warf dem Prozess vor, grundlegende Rechtsstaatsprinzipien zu untergraben. Helge Limburg von den Grünen erklärte, ein faires Verfahren sei in Ungarn von vornherein unmöglich gewesen, während Luke Hoß von der Linken das Urteil als unverhältnismäßig bezeichnete und eine Neuverhandlung in Deutschland forderte.

Die SPD prüft nun rechtliche Wege, um Maja T. nach Deutschland zurückzuholen. Ungarische Behörden signalisierten, man werde die üblichen EU-Verfahren einhalten und sie überstellen. Gleichzeitig fordert die Grünen-Fraktion die Bundesregierung auf, sich mit den grundsätzlichen Bedenken gegenüber dem ungarischen Justizsystem auseinanderzusetzen und ihre Rückkehr zu sichern.

Der Fall setzt die deutschen Behörden unter Handlungsdruck. Bei einer Verlegung könnte sich Maja T.s Strafe nach deutschem Recht teilweise verkürzen. Bis dahin hängt ihre Zukunft von diplomatischen und juristischen Schritten zwischen beiden Ländern ab.