AfD gewinnt bundesweit – doch in Ostdeutschland scheitert sie lokal
Albertine StollAfD gewinnt bundesweit – doch in Ostdeutschland scheitert sie lokal
Die AfD hat in bundesweiten Umfragen zugelegt, musste aber bei Kommunalwahlen in Ostdeutschland Rückschläge hinnehmen. Zwar liegt die Partei nun mit zwei bis drei Prozentpunkten vor der Union auf Bundesebene, doch ihre Kandidaten verloren in diesem Jahr 26 von 28 Bürgermeister- und Kreistagswahlen. Unterdessen setzte sich im brandenburgischen Landkreis Uckermark die amtierende CDU-Politikerin Karina Dörk klar gegen ihren AfD-Herausforderer durch.
Die aktuelle Folge des Bundestalk-Podcasts analysiert den Aufstieg der Partei und die politischen Strategien zu ihrer Eindämmung. Expert:innen und Journalist:innen erörtern, was diese Verschiebungen für die anstehenden Landtagswahlen in Deutschland bedeuten könnten.
In der Uckermark wehrte Karina Dörk (CDU) den AfD-Kandidaten Felix Teichner mit deutlichem Abstand ab. Während ihres Wahlkampfs mied sie Debatten über symbolträchtige Themen wie die „Brandmauer“ gegen die AfD. Stattdessen betonte sie Sachkompetenz und lokale Politikgestaltung.
Die Schwächephase der AfD in Ostdeutschland steht im Kontrast zu ihrem bundesweiten Aufwind. Trotz Umfragewerten von 41 Prozent in Sachsen-Anhalt und 36 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern vor den Landtagswahlen gewann die Partei in diesem Jahr nur zwei von 28 lokalen Führungspositionen. Dieses Muster deutet auf regionalen Widerstand hin – selbst in Gebieten, die einst als Hochburgen galten.
Bundesweit haben CDU und CSU Wähler:innen verloren, doch nur ein kleiner Teil davon wechselte zur AfD. Viele ehemalige Unterstützer:innen wollen stattdessen nicht wählen oder linksgerichtete Parteien stärken. Die neueste Bundestalk-Folge vertieft diese Entwicklungen mit dem AfD-Experten Gareth Joswig, der Rechercheleiterin Anne Fromm sowie den Korrespondent:innen Stefan Reinecke und Sabine am Orde. Der wöchentliche Podcast ist auf Spotify, Deezer, iTunes und der Website des Verlags verfügbar.
Die gemischten Ergebnisse der AfD – bundesweiter Zuwachs bei gleichzeitigen Niederlagen auf lokaler Ebene – spiegeln eine gespaltene politische Landschaft wider. Mit den bevorstehenden Landtagswahlen wird sich zeigen, ob die Umfrageführerschaft in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in tatsächliche Wahlerfolge umschlägt. Die Union hingegen hält zwar wichtige lokale Bastionen, steht aber vor der größeren Herausforderung, ihre Wählerbasis langfristig zu stabilisieren.






