Schienenausbau in Deutschland droht zu scheitern – Pro Bahn schlägt Alarm
Albertine StollSchienenausbau in Deutschland droht zu scheitern – Pro Bahn schlägt Alarm
Deutschlands Schienenausbau stockt massiv – Pro Bahn warnt vor gravierenden Verzögerungen
Die Ausbaupläne für das deutsche Schienennetz stecken laut dem Fahrgastverband Pro Bahn in einer tiefen Krise. Wichtige Projekte kommen wegen fehlender Finanzmittel und bürokratischer Hürden nicht voran. Die Organisation kritisiert sowohl die Bundesregierung als auch die Deutsche Bahn scharf, weil dringend notwendige Modernisierungen im gesamten Netz auf der Strecke bleiben.
Auf der Fuldaer Verkehrskonferenz am 4. und 5. Mai wurde kein einziges Infrastrukturvorhaben für die nächste Planungsphase freigegeben. Betroffen ist unter anderem die Mitteldeutschland-Verbindung, die zwar baureif ist, für die aber bis heute keine Finanzierungsvereinbarung vorliegt. Ohne diese drohen nun Verzögerungen bei der Betriebsplanung und der Ausschreibung von Bauleistungen.
Auch die Franken-Sachsen-Magistrale, eine zentrale Achse zwischen Dresden, Hof und Nürnberg, steckt fest. Zwar sind die Mittel für den Abschnitt Nürnberg–Schnabelwaid bewilligt, doch der erforderliche Planfeststellungsbeschluss steht noch aus. Der bereits genehmigte Abschnitt Hof–Marktredwitz hingegen liegt weiterhin auf Eis.
Darüber hinaus harren zahlreiche Elektrifizierungs- und Ausbauprojekte in ganz Deutschland in frühen Planungsphasen aus. Betroffen sind Strecken in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Frankfurt sowie internationale Korridore. Pro Bahn warnt: Ohne durchgehende Planungsteams seien weitere Verzögerungen und Kostenexplosionen unvermeidbar.
Der Verband fordert nun schnelles Handeln. Gefordert werden die Freigabe weiterer Planungsphasen, verbindliche Finanzierungszusagen sowie die Einrichtung eines langfristigen Infrastruktur-Fonds, um den Schienenausbau zukunftssicher zu gestalten.
Die Verzögerungen gefährden die Modernisierung des deutschen Schienennetzes. Ohne zügige Genehmigungen und stabile Finanzierung drohen zentrale Vorhaben noch weiter hinter den Zeitplan zu geraten. Pro Bahn betont: Nur mit konkreten Maßnahmen lasse sich ein langfristiger Schaden für das Verkehrssystem abwenden.






