Bätzing will die katholische Kirche mit positiven Geschichten neu erfinden
Jan StahrBischof Bätzing fordert mehr inspirierende Geschichten - Bätzing will die katholische Kirche mit positiven Geschichten neu erfinden
Limburger Bischof Georg Bätzing fordert mehr Fokus auf positive Entwicklungen in der katholischen Kirche
Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die katholische Kirche aufgefordert, sich stärker auf positive Entwicklungen zu konzentrieren. Sein Appell kommt zu einer Zeit, in der viele Menschen Nachrichten bewusst meiden – wegen der negativen Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden. Aktuelle Trends in Deutschland und Frankreich deuten auf einen Wandel hin, wie Glaubensgemeinschaften mit ihren Mitgliedern in Kontakt treten.
Bei einer kürzlichen Veranstaltung hob Bätzing ein kirchliches Flüchtlingsprogramm hervor, in dem Ehrenamtliche junge Menschen unterstützten. Viele dieser jungen Menschen absolvierten eine Berufsausbildung und fanden später einen festen Arbeitsplatz. Solche Initiativen zeigten, so der Bischof, dass die Kirche in der Lage sei, nachhaltige Veränderungen zu bewirken.
Zudem schlug Bätzing ein neues Erfolgsmaß vor: Statt sinkende Mitgliederzahlen zu dokumentieren, solle man das Wachstum aus dem Kern der Gläubigen messen – ähnlich wie im frühen Christentum. Seine Äußerungen passen in die aktuellen Reformdebatten innerhalb der deutschen katholischen Kirche, auch wenn bisher nur wenige konkrete Beispiele für lokale Projekte in Frankfurt oder anderen Städten öffentlich bekannt sind.
Auch in Frankreich gibt es bemerkenswerte Entwicklungen: Immer mehr Erwachsene lassen sich taufen – ein Trend, der dem allgemeinen Rückgang der Kirchgangszahlen in Europa widerspricht. Gleichzeitig zeigte eine deutsche Umfrage, dass sich mehr als die Hälfte der jungen Katholiken trotz einer generellen Entfremdung von organisierter Religion weiterhin zur Kirche bekennen würde.
Bätzings Aussagen spiegeln eine wachsende Sorge über die Folgen einer ständigen Negativberichterstattung wider. Viele Menschen verzichten mittlerweile ganz auf Nachrichten, da diese ihre Stimmung belasteten. Sein Vorschlag zielt darauf ab, diesem Trend mit Geschichten über Fortschritt und Hoffnung innerhalb der Kirche entgegenzuwirken.
Der Fokus des Bischofs auf positive Ansätze könnte die Art und Weise verändern, wie die Kirche ihre Rolle in der Gesellschaft kommuniziert. Angesichts des steigenden Interesses an Taufen in Frankreich und der anhaltenden Bindung junger deutscher Katholiken an die Kirche könnte sein Ansatz zu einer optimistischeren Perspektive beitragen. Die Herausforderung bleibt jedoch, diese Haltung in breitere, messbare Veränderungen umzusetzen.






