30 March 2026, 20:24

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein – Unternehmen protestieren gegen neue Pflichten

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit einem blau-weißen Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift, die "Berlin Finance Initiative" liest.

Berlin führt Ausbildungsabgabe ein – Unternehmen protestieren gegen neue Pflichten

Berlins neue Ausbildungsabgabe sorgt für Unmut bei Unternehmen

Ab 2028 müssen Berliner Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent erfüllen – oder Strafzahlungen leisten. Kritiker bemängeln, dass die Regelung die eigentlichen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt verfehlt.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat kürzlich das entsprechende Gesetz verabschiedet. Demnach zahlen Unternehmen, die unter dem bundesweiten Durchschnitt bei Ausbildungsplätzen bleiben, in einen Fonds ein. Dieser soll jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen.

Doch seit 2023 wurden in der Stadt nur etwa 1.300 zusätzliche Ausbildungsverträge abgeschlossen – deutlich weniger als die angestrebten 2.000. Die Quote greift allerdings erst ab 2028, sodass Unternehmen noch Jahre Zeit zur Anpassung haben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Viele Gründer äußern scharfe Kritik. Marius Meiners von Peec AI nennt die Abgabe eine "weitere Belastung", die Deutschland für Unternehmen unattraktiver mache. Moritz Kreppel, Geschäftsführer von Urban Sports Club, argumentiert, dass Start-ups nicht für Stellen bestraft werden sollten, die sich schlicht nicht für klassische Ausbildungsmodelle eignen.

Agnieszka Walorska, Mitgründerin des Fintechs Mika, verweist auf ein grundlegendes Problem: Junge Menschen in Berlin zeigten kaum Interesse an traditionellen Berufsausbildungen. Ralph Hage von Lap Coffee, das auf Automatisierung und moderne Schulungsmethoden setzt, hält die Abgabe für einen falschen Ansatz. Sein Unternehmen verzichtet komplett auf herkömmliche Ausbildungen und konzentriert sich stattdessen auf digitale Lerninfrastrukturen.

Die Abgabe zwingt Betriebe nun, entweder ihre Ausbildungsprogramme auszubauen oder finanziell beizutragen. Mit der Frist 2028 rückt die Entscheidung näher, wie sie sich anpassen wollen. Ob die Maßnahme den Berliner Arbeitsmarkt belebt und die Ausbildungschancen tatsächlich verbessert, bleibt abzuwarten.

Quelle