01 May 2026, 20:22

Chemie- und Pharmabranche kämpft um Überleben in der Energiekrise

Eine Liniengrafik, die die Trends des US-Energieverbrauchs für Erdgas, Kohle, Kernenergie und Biomasse zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Chemie- und Pharmabranche kämpft um Überleben in der Energiekrise

Deutschlands Chemie- und Pharmabranche steht vor schweren Belastungsproben. Steigende Energiekosten, regulatorischer Druck und nun auch Heliumknappheit treiben die Industrie an den Rand des Kollapses. Experten warnen: Ohne Gegenmaßnahmen könnten viele Unternehmen die aktuelle Krise nicht überstehen.

Die Branche, die 476.000 Menschen beschäftigt und mit einem Jahresumsatz von 220,4 Milliarden Euro zu den drei größten Industriezweigen Deutschlands zählt, ist von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung. Die durchschnittlichen Monatsgehälter von 6.023 Euro unterstreichen ihre Relevanz. Doch jahrelang hohe Energiepreise und strenge Vorschriften haben die Grundfesten erschüttert.

Erdöl und Erdgas sind für den Sektor nicht nur Energieträger – sie bilden die Rohstoffbasis für nahezu alle chemischen Produkte. Der anhaltende Nahostkonflikt hat die ohnehin angespannten Lieferketten weiter destabilisiert und trifft die bereits geschwächte Branche hart. Anna Wolf vom Ifo-Zentrum für Innovationsökonomie betont, dass viele Unternehmen ums Überleben kämpfen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Besonders anfällig ist die Pharmasparte, da die Heliumknappheit die Qualitätssicherung von Medikamenten gefährdet. Anders als bei früheren Abschwüngen handelt es sich diesmal nicht um eine vorübergehende Schwächephase, sondern um tiefgreifende strukturelle Veränderungen. Die Probleme der Branche wirken sich auf die gesamte deutsche Industrielandschaft aus und betreffen fast jede Wertschöpfungskette.

Der Niedergang der Chemie- und Pharmaindustrie birgt Risiken, die weit über den eigenen Sektor hinausgehen. Mit 8 Prozent der deutschen Industriearbeitsplätze steht viel auf dem Spiel – weitere Verluste könnten ganze Wirtschaftsnetzwerke destabilisieren. Die Unternehmen fordern nun dringend Maßnahmen, um Lieferketten zu stabilisieren und den Betriebsdruck zu verringern.

Quelle