Commerzbank setzt auf Digitalisierung – und schließt 100 Filialen bis 2026
Hans Jürgen ZobelDeutsche Bank setzt auf KI und reduziert weiter das Filialnetz - Commerzbank setzt auf Digitalisierung – und schließt 100 Filialen bis 2026
Commerzbank treibt digitale Wende im Privatkundengeschäft voran
Die Commerzbank beschleunigt ihre digitale Transformation im Bereich der Privatkunden. Dazu gehören Pläne zur Schließung weiterer Filialen bei gleichzeitigem Ausbau der Online-Angebote für Millionen Kunden. Bis nächstes Jahr will die Bank die Nutzung ihrer App fördern und neue KI-gestützte Tools einführen.
Aktuell betreibt die Bank rund 750 Filialen in Deutschland, darunter auch Standorte ihrer Tochter Postbank. Bis Ende 2026 sollen im Rahmen der laufenden Umstrukturierung etwa 100 weitere Filialen geschlossen werden. Komplexe Dienstleistungen wie Hypothekenberatung oder Anlageunterstützung bleiben jedoch weiterhin vor Ort verfügbar.
Das digitale Banking verzeichnet bereits ein starkes Wachstum: Die Nutzung der Bank-App stieg in den vergangenen 18 Monaten um fast 20 Prozent. Nun will die Bank die Zahl der aktiven App-Nutzer unter ihren 19 Millionen Privatkunden in Deutschland deutlich erhöhen. Unterstützt wird dies durch den geplanten Start eines KI-basierten virtuellen Assistenten in der zweiten Jahreshälfte 2023.
Durch die Digitalisierung verringert sich zwar der Personalbedarf in den Filialen, doch die Bank setzt bei Stellenabbau auf natürliche Fluktuation statt auf Entlassungen. Frühere Schließungswellen haben das Filialnetz bereits stärker an die Kundennachfrage angepasst.
Die Veränderungen spiegeln den Fokus der Commerzbank auf ein "Digital-First"-Banking wider, ohne dabei die persönliche Beratung bei zentralen Finanzdienstleistungen aufzugeben. Mit weniger Filialen und mehr Automatisierung erhofft sich die Bank effizientere Abläufe bei gleichzeitig gestärkter Online-Interaktion. Der KI-Assistent und die App-Optimierungen werden dabei eine zentrale Rolle spielen.