CSU plant radikale Steuerreformen und flexiblere Arbeitszeiten für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Albertine StollCSU-Forderungen: Senken der Erbschaftsteuer - Abschaffen der Krankschreibung per Anruf - CSU plant radikale Steuerreformen und flexiblere Arbeitszeiten für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Die CSU hat ein ehrgeiziges Paket aus Steuer- und Arbeitsmarktreformen vorgestellt, mit dem die deutsche Wirtschaft gestärkt werden soll. Während einer Klausurtagung im bayerischen Kloster Seeon schlugen die Parteispitzen weitreichende Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung, den Erbschaftsregeln und den Arbeitszeitvorschriften vor. Geplant ist unter anderem die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie eine Anpassung der Höchstarbeitszeiten, um mehr Flexibilität zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Vorschläge steht eine beschleunigte Senkung der Unternehmenssteuern sowie die Entlastung von Betrieben und Privatpersonen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder betonte, die Reformen würden weniger als 10 Milliarden Euro kosten – finanziert werden könnten sie durch Einsparungen bei der Abschaffung des umstrittenen Heizungsgesetzes.
Das wirtschaftliche Positionspapier der CSU mit dem Titel 'Für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft' fordert eine schnellere Absenkung der Körperschaftsteuer. Nach aktuellem Plan soll der Satz schrittweise von 15 auf 10 Prozent zwischen 2028 und 2032 sinken – um jährlich einen Prozentpunkt. Söder jedoch drängt auf eine frühere Umsetzung, um Unternehmen schneller zu entlasten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erbschaftsteuer. Die Partei schlägt vor, die Freibeträge deutlich anzuheben und die Übertragung von Betrieben im Erb- oder Schenkungsfall steuerfrei zu gestalten. Zudem sollen die Erbschaftsteuerregeln künftig auf Landesebene und nicht bundesweit festgelegt werden. Bei den Arbeitsmarktregeln setzt sich die CSU für die Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit ein. Stattdessen soll eine wöchentliche Obergrenze gelten, um Arbeitnehmern und Arbeitgebern mehr Spielraum zu geben. Die Partei argumentiert, dass diese Änderung die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessere, ohne den Arbeitsschutz zu schwächen.
Auch die digitale Krankschreibung, die 2021 eingeführt wurde, steht in der Kritik der CSU. Die Partei wirft dem System vor, die gemeldeten Fehltage in die Höhe getrieben zu haben, und fordert dessen Abschaffung. Zudem soll der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer erhöht werden, um Gering- und Mittelverdiener zu entlasten.
Söder verknüpft die Reformpläne mit weiteren Einsparmaßnahmen. Die kombinierten Kosten für die Senkung der Unternehmenssteuern und eine reduzierte Stromsteuer für alle Bürger beziffert er auf unter 10 Milliarden Euro. Die Finanzierung könnte seiner Ansicht nach durch den Verzicht auf das Heizungsgesetz erfolgen, das wegen seiner finanziellen Belastungen stark in der Kritik steht.
Die CSU-Vorschläge werden nun innerparteilich beraten. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Steuer- und Arbeitsmarktpolitik in Deutschland grundlegend verändern. Ziel der Reformen ist es, Unternehmen zu entlasten, Erbschaftsregeln zu vereinfachen und flexiblere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Ob die Pläne jedoch breitere politische Unterstützung finden, bleibt abzuwarten.






