22 January 2026, 16:36

CSU und Freie Wähler setzen auf bayerischen Populismus gegen Berlin und Brüssel

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Grenzen zeigt.

Studie: CSU und Freie Wähler setzen auf regionales Populismus - CSU und Freie Wähler setzen auf bayerischen Populismus gegen Berlin und Brüssel

Die beiden großen Regionalparteien Bayerns, die Christlich-Soziale Union (CSU) und die Freien Wähler, setzen zunehmend auf populistische Rhetorik, um Anhänger zu gewinnen. In ihren Wahlkämpfen stellen sie häufig die "bayerische Heimat" den "Institutionen in Brüssel und Berlin" gegenüber und präsentieren nationale sowie EU-Politik als Bedrohung für lokale Traditionen. Mit dieser Strategie bedienen sie ein regionales Identitätsgefühl, das bei vielen Wählern Anklang findet.

CSU und Freie Wähler betonen in ihren Reden und Parteiprogrammen durchgehend den Schutz der bayerischen Kultur und Lebensweise. Ihre Botschaften kreisen um einen bayerischen Ethnozentrismus, der die Einzigartigkeit der Menschen, der Geschichte und der Bräuche der Region herausstellt. Dieser Ansatz unterscheidet sich vom breiter angelegten Populismus der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD), die sich auf nationale statt auf regionale Identität konzentriert.

Studien deuten darauf hin, dass Wähler, die sich von regional-populistischen Themen angesprochen fühlen, eher zu CSU oder Freien Wählern tendieren. Allerdings schwächt diese Taktik die AfD in Bayern nicht spürbar. Gleichzeitig lehnen Anhänger der Linken, der Sozialdemokraten (SPD) und der Grünen solche regionalistischen Appelle meist ab. Beide Parteien malen wiederholt die deutsche Hauptstadt und die EU-Institutionen als Gegenspieler aus. Indem sie Berlin und Brüssel als abgehoben von bayerischen Interessen darstellen, verstärken sie die Erzählung eines lokalen Widerstands gegen äußere Einflussnahme.

CSU und Freie Wähler bleiben der regionalen Populismus-Strategie als zentralem Wahlkampfinstrument treu. Ihre Betonung der bayerischen Eigenständigkeit spricht einen beträchtlichen Teil der Wählerschaft an. Doch während dieser Kurs ihre eigene Position festigt, vermag er den Einfluss der AfD in der Region kaum zu verringern.