Deutsche Industrie baut massiv Jobs ab – Produktion wandert ins Ausland ab
Hans Jürgen ZobelDeutsche Industrie baut massiv Jobs ab – Produktion wandert ins Ausland ab
Deutsche Industrie steht vor massivem Arbeitsplatzabbau – Unternehmen verlagern Produktion ins Ausland
Eine neue Umfrage zeigt: Bis 2030 wollen die meisten deutschen Unternehmen ihre Aktivitäten in Indien ausbauen – doch für den heimischen Arbeitsmarkt bringt das kaum Entlastung. Hohe Kosten und Risiken in den Lieferketten treiben die Verlagerung voran.
Seit 2019 hat die deutsche Industrie bereits 341.500 Stellen abgebaut – das entspricht jedem siebzehnten Arbeitsplatz. Bis Ende des ersten Quartals 2026 waren weitere 127.300 Jobs gestrichen worden, ein Rückgang von 2,3 Prozent pro Jahr. Allein der Chemiekonzern Evonik plant nach dem Abbau von 2.800 Verwaltungsstellen seit 2024 nun zusätzlich 3.200 weitere Stellen zu streichen, vor allem in Deutschland.
Als Hauptgrund nennen Unternehmen die hohen Lohnkosten: Die Gehälter in Deutschland liegen 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt und sind mehr als doppelt so hoch wie in Asien oder Osteuropa. Übermäßige Bürokratie und teure Energie treiben die Firmen zusätzlich dazu, Produktion und Forschung ins Ausland zu verlagern.
Störungen in den Lieferketten bleiben das größte betriebliche Risiko. Viele Unternehmen setzen daher auf eine „local for local“-Strategie und verlegen Forschung und Entwicklung näher an ihre Kunden in den globalen Absatzmärkten. Rund 40 Prozent der Investitionen bis 2030 fließen zwar weiterhin in den Standort Deutschland – vor allem in Instandhaltung und Automatisierung. Neue Kapazitäten und Arbeitsplätze entstehen jedoch vorrangig im Ausland.
Fast jedes befragte Industrieunternehmen plant, bis 2030 seine Präsenz in Indien auszubauen. Dort erwarten sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 4 Prozent – doch in Deutschland werden kaum neue Jobs entstehen. Nur 16 Prozent der Firmen wollen ihre Belegschaft im Inland aufstocken, in Westeuropa sieht die Prognose ähnlich aus.
Die Verlagerung von Investitionen und Produktion ist bereits in vollem Gange: Während die deutsche Industrie ihre heimische Belegschaft weiter abbaut, setzt sie auf Wachstum in kostengünstigeren Regionen. Der Trend deutet auf einen langfristigen Rückgang der Beschäftigung hierzulande hin – trotz stabiler Umsatzerwartungen im Ausland.
