Dorothee Bär rockt als Astronautin den Karneval – und nimmt CDU/CSU auf die Schippe
Albertine StollDorothee Bär rockt als Astronautin den Karneval – und nimmt CDU/CSU auf die Schippe
Der Aachener Karnevalsverein (AKV) hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär mit dem 76. Orden gegen tödlichen Ernst ausgezeichnet. Die CSU-Politikerin nahm die Ehrung mit Humor entgegen – verkleidet als Astronautin und mit einer gereimten Dankesrede. Bei der Veranstaltung gab es auch spöttische Seitenhiebe gegen politische Konkurrenten und selbstironische Witze von anderen Spitzenpolitikern.
Bär betrat die Bühne in einem vollständigen Raumanzug und "startete" ihren Parteichef Markus Söder sowie weitere CSU-Kollegen scherzhaft mit einer Mondrakete ins All. Sie merkte an, die Dunkelheit des Weltraums erinnere stark an einen CSU-Parteitag – was beim Publikum für Heiterkeit sorgte. Der seit 1950 jährlich verliehene Preis würdigt Humor und Menschlichkeit im Amt; zu den früheren Preisträgern zählen Konrad Adenauer, Annalena Baerbock und Armin Laschet.
Vizekanzler Lars Klingbeil nutzte die Gelegenheit, um Bär als einzigartige Persönlichkeit in der CSU zu preisen, und forderte "mehr Bär" in der Politik. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hingegen machte sich über die eigenen Parteiprobleme lustig und scherzte über den Präsidentschaftskandidaten seiner Partei von 2021, Armin Laschet. Die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang, verkleidet als Außerirdische, rief unterdessen zur Einheit der demokratischen Politiker auf.
Die ARD wird die Highlights der rheinischen Karnevalsgala am Montag nach den Tagesthemen ausstrahlen, eine längere Fassung läuft am Rosenmontag.
Die Preisverleihung des AKV verband Satire mit politischer Kommentierung und zeigte sowohl Bärs Witz als auch die lange Tradition der respektlosen Heiterkeit des Events. Die Übertragung wird die Reden und Kostüme des Abends in den kommenden Tagen einem breiten Publikum zugänglich machen.