06 January 2026, 19:24

Dresdner Aktivist:innen schlagen mit 14 Thesen an Kirchenpforten Alarm

Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes zu sehen.

Reformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - Dresdner Aktivist:innen schlagen mit 14 Thesen an Kirchenpforten Alarm

Dresdner Basisbewegung greift historische Protestform auf, um Kirchenreformen herauszufordern

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Aktivist:innen der Initiative Kirche von unten haben in Dresden mit einer symbolträchtigen Aktion gegen geplante Reformen der Landeskirche protestiert: An den Türen der Kreuzkirche und der Dreikönigskirche brachten sie 14 Thesen an – eine bewusste Anlehnung an Martin Luthers reformatorischen Akt von 1517. Der Zeitpunkt am 6. Januar, dem Fest Epiphanias, unterstrich die symbolische Bedeutung des Vorhabens.

Die Gruppe warnt vor überstürzten strukturellen Veränderungen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. In ihren Thesen fordern die Aktivist:innen, dass Gemeinden selbst über ihre Größe und Formen der Zusammenarbeit entscheiden sollen – geleitet vom Prinzip der Subsidiarität. Kern ihrer Forderung ist es, dass das kirchliche Leben vor Ort gestaltet wird, nicht von zentralen Instanzen.

Bischöfin Tobias Bilz bedankte sich für das Engagement und die Rückmeldungen von Kirche von unten. Kritiker:innen hingegen halten den Reformprozess für fehlgeleitet und warnen vor einer weiteren Entfremdung der Gemeindeglieder. Die Bewegung pocht auf eine Rückkehr zur Autonomie der Gemeinden – ein Anliegen, das an Luthers Reformbestrebungen vor über 500 Jahren erinnert.

Der Protest spiegelt die Spannungen zwischen zentral gesteuerten Reformen und basisdemokratischen Forderungen nach lokaler Selbstbestimmung wider. Nun steht die Kirchenführung unter Druck, die Bedenken ernst zu nehmen, bevor weitere Veränderungen umgesetzt werden. Die Debatte über Zentralisierung und gemeindliche Eigenständigkeit wird damit weiter an Fahrt aufnehmen.