Düsseldorfs Kunstpalast setzt auf unfreundliche Führungen – und begeistert damit die Besucher
Albertine StollDüsseldorfs Kunstpalast setzt auf unfreundliche Führungen – und begeistert damit die Besucher
Düsseldorfs Kunstpalast lockt mit ungewöhnlichen Führungen – geleitet von einem absichtlich unangenehmen Guide
Das Düsseldorfer Kunstpalast-Museum zieht derzeit mit einer ungewöhnlichen Führung die Massen an: Ein Guide, der bewusst unfreundlich auftritt, macht die Runde zum verkaufsschlager. Als "höchst unangenehmes" Erlebnis beworben, ist die Performance seit ihrem Start im Mai bei jedem Termin ausverkauft. Die Besucher scheinen Gefallen an der scharfzüngigen Art zu finden – statt sich beleidigt zu zeigen.
Die einstündige Führung kostet sechs Pfund und wird von Joseph Langelinck geleitet, einer Figur, die der Performance-Künstler Carl Brandi verkörpert. Statt direkter Beleidigungen schafft der Guide eine Atmosphäre, in der sich die Gäste subtil bewertet fühlen. Die Inszenierung bleibt zwar unter der Schwelle offener Unhöflichkeit, deutet durch Tonfall und Gestik aber Unwissenheit an.
Inspiriert wurde das Konzept unter anderem vom Erfolg der "fiesen Kellner"-Restaurants wie Karen’s Diner, in denen das Personal die Gäste gezielt provoziert. Prominente wie Kate Garraway, Denise Van Outen und Coleen Rooney haben dort bereits gegessen und damit den Trend weiter befeuert. Die Museumsleitung des Kunstpalast sah darin Potenzial, einen ähnlichen, provokanten Stil in den Ausstellungskontext zu übertragen. Trotz des harten Tons ist die Führung ein voller Erfolg. Das Publikum beschreibt sie als geistreich und unterhaltsam – ein Beweis dafür, dass selbst Kritik unterhaltsam sein kann. Der Ansatz passt zu einem größeren Wandel in Museen hin zu interaktiveren und immersiveren Besuchererlebnissen.
Die "grantige Guide"-Führung ist seit ihrer Einführung bei jedem Termin ausgebucht. Die Mischung aus Humor und beißendem Kommentar bietet eine willkommene Abwechslung zum klassischen Museumsbesuch. Das Risiko des Museums, auf ein unkonventionelles Format zu setzen, scheint sich auszuzahlen.






