12 January 2026, 18:11

Evangelische Kirche führt neues Anerkennungssystem für Opfer sexualisierter Gewalt ein

Eine Zeichnung der St. Paul's Protestant Episcopal Church mit einem Kirchturm und umgeben von Bäumen, mit Text unten.

Regionalkirchen übernehmen EKD-Anerkennungsrichtlinien - Evangelische Kirche führt neues Anerkennungssystem für Opfer sexualisierter Gewalt ein

Seit dem 1. Januar 2026 haben Betroffene sexualisierter Gewalt innerhalb der Evangelischen Kirche und der Diakonie Zugang zu einem neuen, standardisierten Anerkennungverfahren. Das von drei Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und der Diakonie eingeführte System soll historische Ungerechtigkeiten mit klareren Abläufen und finanzieller Unterstützung aufarbeiten. Damit setzen sie die Richtlinien der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) um, die eine strukturiertere Würdigung des erlittenen Leids vorsieht.

Die drei beteiligten Landeskirchen – die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche – sowie die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe haben die EKD-Vorgaben umgesetzt. Im Rahmen des neuen Verfahrens erhalten Überlebende von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung eine pauschale Anerkennungssumme von 15.000 Euro. Entscheidend ist dabei die Plausibilität der Schilderungen der Betroffenen, nicht der Nachweis im juristischen Sinne.

Zusätzlich zur Grundsumme können in Einzelfällen weitere, individuell angepasste Leistungen gewährt werden. Wer bereits eine Anerkennung erhalten hat, kann nun eine Neubewertung seines Falls beantragen, was gegebenenfalls zu Anpassungen früherer Zahlungen führt. Das Verfahren ermöglicht auch die erneute Prüfung älterer Vorfälle, um einen größeren Kreis der Betroffenen zu erreichen. Kirche und Diakonie betonen, dass es sich bei der Anerkennung um eine Würdigung des erlittenen Leids handelt, nicht um eine vollständige Wiedergutmachung. Durch die Standardisierung des Prozesses wollen sie mehr Verantwortung für historische Verfehlungen übernehmen und den Betroffenen klarere Unterstützung bieten.

Die neuen Richtlinien bieten Überlebenden einen transparenteren Weg zu Anerkennung und finanzieller Hilfe. Durch die Möglichkeit der Nachprüfung älterer Fälle wird der Zugang zu Unterstützung erweitert. Die Änderungen spiegeln die fortlaufenden Bemühungen der Evangelischen Kirche und der Diakonie wider, historische Unrechte in einem geordneten Rahmen aufzuarbeiten.

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