G8 oder G9: Warum ältere Schüler in Baden-Württemberg keine Wahl mehr haben
Jan StahrNeue Initiative für G9 für alle Klassen gescheitert - G8 oder G9: Warum ältere Schüler in Baden-Württemberg keine Wahl mehr haben
Initiative für Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 in Baden-Württemberg scheitert an fehlenden Unterschriften
Der Vorstoß, älteren Schülerinnen und Schülern in Baden-Württemberg die Wahl zwischen dem achtjährigen (G8) und dem neunjährigen (G9) Gymnasium zu ermöglichen, ist gescheitert. Die von Eltern getragene Bürgerinitiative scheiterte daran, genug Unterschriften für ein entsprechendes Volksbegehren zu sammeln. Die Organisatoren hatten gehofft, dass auch Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 9 – wie bereits die jüngeren Jahrgänge – zwischen beiden Modellen wählen können.
Die Kampagne wurde von prominenten Unterstützern wie Marita Raschke und Gerhard Wurm vorangetrieben, die sich auf eine frühere erfolgreiche Petition für G9 in den unteren Jahrgangsstufen stützten. Ihr Ziel war es, die Wahlmöglichkeit möglichst schnell auf ältere Schüler auszuweiten. Doch die Initiative brachte nur etwa 27.000 Unterschriften zusammen – deutlich weniger als die benötigten 40.000.
Gegenwind kam von den Verbänden der Gymnasiallehrkräfte sowie vom Landeselternbeirat. Die Landesregierung hat unterdessen bereits mit der schrittweisen Einführung von G9 begonnen, zunächst für die fünften und sechsten Klassen. Ältere Jahrgänge bleiben vorerst ohne diese Option. Trotz der Niederlage kündigten die Initiatoren an, sich weiterhin in bildungspolitischen Debatten zu engagieren. Sie wollen ihre Forderungen wieder aufgreifen, sobald sich die politischen Rahmenbedingungen günstiger gestalten.
Das gescheiterte Begehren bedeutet, dass ältere Schülerinnen und Schüler vorerst keine Wahl zwischen G8 und G9 haben. Die schrittweise Umstellung auf G9 wird zwar fortgesetzt, beschränkt sich aber zunächst auf die jüngeren Jahrgänge. Die Aktivisten versprachen, auch künftig für eine Ausweitung der Wahlmöglichkeit zu kämpfen.






