Henkel kämpft mit steigenden Kosten und unsicheren Lieferketten nach Ukraine-Krieg
Hans Jürgen ZobelHenkel kämpft mit steigenden Kosten und unsicheren Lieferketten nach Ukraine-Krieg
Henkel, der Hersteller bekannter Marken wie Persil und Schwarzkopf, verzeichnete 2021 einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro. Doch das Unternehmen steht zunehmend unter finanziellen Druck, da steigende Ölpreise die Kosten für Rohstoffe, Lieferketten und Logistik in die Höhe treiben. Von den über 47.000 Beschäftigten weltweit arbeitet weniger als ein Fünftel in Deutschland, wo der Konzern seinen Hauptsitz hat.
Die Ausgaben Henkels sind gestiegen, weil Zulieferer und Logistikunternehmen ihre höheren Kosten weitergeben. Zwar ist das Unternehmen nicht direkt von geopolitischen Konflikten betroffen, doch die Folgen des Ukraine-Kriegs und der Spannungen zwischen den USA und China haben die Lieferketten durcheinandergebracht. Seit Ende 2023 verlagern Unternehmen – darunter auch Henkel – ihre Beschaffung von Rohstoffen weg von China und Russland, um Risiken zu verringern.
Neue Partnerschaften, etwa Abkommen zwischen Australien und Kanada über kritische Rohstoffe oder die Wiederinbetriebnahme der südkoreanischen Sangdong-Wolfram-Mine, sollen alternative Bezugsquellen sichern. Auch die EU hat ihre Zusammenarbeit mit Australien bei Materialien wie Lithium, Kobalt und Seltenen Erden verstärkt – Schlüsselfaktoren für Klebstoffe, Batterien und Technologieprodukte. Henkels Vorstandsvorsitzender betont, wie wichtig zeitnahe Preiserhöhungen sind, um die gestiegenen Kosten auszugleichen, und warnt, dass Verzögerungen die finanzielle Belastung verschärfen könnten.
Trotz der Herausforderungen hofft das Unternehmen, dass sich der Krieg in der Ukraine nicht bis Jahresende hinzieht. Die starke Kundenbindung an Marken wie Persil und Schwarzkopf könnte helfen, höhere Preise zu rechtfertigen, während Henkel auf Produktqualität setzt, um seine Marktposition zu halten.
Henkel bewegt sich weiterhin in einem komplexen Umfeld aus steigenden Kosten und sich wandelnden Lieferketten. Die Abhängigkeit von der Stärke seiner Produkte und der Markentreue wird entscheidend sein, während das Unternehmen die Preise anpasst, um dem finanziellen Druck zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen, die den Welthandel umgestalten, bleibt die Sicherung stabiler Rohstoffquellen eine Priorität für den Konzern.






