Historischer Tarifvertrag: Baugewerbe schafft Lohnangleichung zwischen Ost und West
Albertine StollHistorischer Tarifvertrag: Baugewerbe schafft Lohnangleichung zwischen Ost und West
Historischer Durchbruch: Baugewerbe gleicht Löhne zwischen Ost und West an
Die deutsche Bauwirtschaft hat eine wegweisende Vereinbarung zur Angleichung der Löhne zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern erzielt. Der Deal folgt einem fast dreiwöchigen Streik unter Führung der Gewerkschaft IG BAU und beendet damit jahrzehntelange Gehaltsunterschiede. Beschäftigte in Ostdeutschland erhalten nun eine Lohnerhöhung von 5,3 Prozent – und liegen damit über dem Plus von 3,9 Prozent für ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen.
Der neue Tarifvertrag, der 2024 in seiner dritten Stufe in Kraft tritt, setzt das Prinzip "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt" bundesweit durch. Damit werden die Einkommen in Ost und West vollständig angeglichen und eine seit der Wiedervereinigung bestehende Lücke geschlossen. Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der IG BAU, bezeichnete den Schritt als "historischen Meilenstein" – das Ergebnis jahrzehntelanger Gewerkschaftsforderungen.
Von der Vereinbarung profitieren rund 920.000 Beschäftigte in der Baubranche, davon über 600.000 in den westdeutschen und mehr als 320.000 in den ostdeutschen Bundesländern. Die aktuellen Regelungen gelten bis zum 31. März 2027.
Der fast drei Wochen andauernde Streik war entscheidend für den Durchbruch. Die IG BAU hatte seit Langem für gerechtere Bezahlung gekämpft – die jüngsten Verhandlungen brachten nun die vollständige Angleichung. Ostdeutsche Beschäftigte erhalten künftig die gleichen Grundlöhne wie ihre westdeutschen Kollegen, zuzüglich der höheren prozentualen Erhöhung.
Die Lohnanpassung kommt direkt mehr als 320.000 Beschäftigten in den ostdeutschen Ländern zugute, die nun dasselbe Grundgehalt wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen beziehen. Zudem schafft die Einigung langfristige Planungssicherheit: Die aktuellen Bedingungen sind bis 2027 festgeschrieben. Zum ersten Mal gilt in der deutschen Bauwirtschaft damit ein einheitliches, bundesweites Lohnsystem.






