17 March 2026, 00:54

Hofübergabe auf Gut Wulfsdorf: Wie eine Familie zwischen Tradition und Generation Alpha ringt

Eine Luftaufnahme eines Hofes in einer ländlichen Gegend, mit Fahrzeugen, Scheunen, Bäumen, Gras und einem bewölkten Himmel.

Hofübergabe auf Gut Wulfsdorf: Wie eine Familie zwischen Tradition und Generation Alpha ringt

Eine Familie in Ahrensburg steht vor den Herausforderungen, ihren nach Demeter-Richtlinien zertifizierten Hof Gut Wulfsdorf an die nächste Generation Alpha zu übergeben. Der Prozess, der in einer Folge von NDR auf'm Land begleitet wird, zeigt die Spannungen und Kompromisse zwischen den Generationen, die auf dem Weg zur Hofübergabe bewältigt werden müssen. Helene Lutz, 34, möchte gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrem Partner den Betrieb übernehmen – doch gute Fragen zu Finanzen, rechtlicher Struktur und Rollenverteilung sind noch ungeklärt.

Seit über vier Jahren stockt die geplante Übergabe. Der tägliche Arbeitsbetrieb und mangelnder Austausch zwischen der älteren und der jüngeren Generation haben die Fortschritte gebremst. Mittlerweile setzt die Familie auf eine Mediatorin mit Erfahrung in Hofübergaben, um den Prozess zu erleichtern.

Die jüngere Generation wünscht sich einen anderen Führungsstil für Gut Wulfsdorf – mit mehr Flexibilität und Zeit für das Familienleben. Der Vater jedoch hat andere Prioritäten, was zu Konflikten führt. Um Vertrauen aufzubauen, starteten Helene und ihr Bruder ein gemeinsames Projekt: einen Eisladen, mit dem sie ihr Engagement unter Beweis stellen und Rückhalt gewinnen wollen.

Die Erntezeit brachte weitere Verzögerungen mit sich und verschob die langfristige Planung. Der Dokumentarfilm zeigt, wie der Übergabeprozess zwischen Loslassen und Neuorientierung schwankt – ohne klare Lösung in Sicht. Trotz aller Hindernisse hat sich der Demeter-Anbau, einst eine Nische mit nur 1.000 Hektar im Jahr 1982, heute auf über 100.000 Hektar in Deutschland ausgeweitet und unterstreicht damit seine wachsende Bedeutung in der ökologischen Landwirtschaft.

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Ein Übergabetermin steht zwar fest, doch zentrale Entscheidungen zu rechtlichen und finanziellen Fragen sind noch offen. Die Familie Lutz balanciert weiterhin zwischen dem täglichen Hofbetrieb und den emotionalen wie praktischen Anforderungen der Nachfolge. Ihre Geschichte spiegelt die Schwierigkeiten wider, mit denen viele Bauernfamilien konfrontiert sind, wenn es darum geht, den Betrieb an die nächste Generation weiterzugeben.

AKTUALISIERUNG

Wie Deutschlands alternde Bauern einem Führungsvakuum gegenüberstehen

Neue Politikdebatten sind um die Herausforderungen der landwirtschaftlichen Nachfolge entstanden. Eine Konferenz in Berlin am 14. Januar 2026 ergab, dass 63% der von über-55-Jährigen geführten Betriebe keine genannten Nachfolger haben. Die Veranstaltung betonte:

  • Forderungen nach Reformen der EU-Finanzierung zur Unterstützung junger Bauern
  • Innovative Modelle für nichtfamiliäre Übergänge in der Landwirtschaft
  • Druck, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Übergaben zu vereinfachen Diese Diskussionen spiegeln direkt die Kämpfe der Lutz-Familie mit rechtlichen und finanziellen Unsicherheiten auf Gut Wulfsdorf wider.