02 February 2026, 20:55

IfW-Chef Schularick fordert dringende EU-Reformen für mehr Verteidigungskraft

Eine Karte von Deutschland und Österreich während des Zweiten Weltkriegs, die verschiedene Besatzungszonen in unterschiedlichen Farben zeigt.

IfW-Chef Schularick fordert dringende EU-Reformen für mehr Verteidigungskraft

Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel), fordert umfassende Reformen, um die Verteidigungsfähigkeiten der Europäischen Union zu stärken. Dazu gehören eine engere Zusammenarbeit, eine effizientere Nutzung der Mittel sowie Investitionen in Spitzentechnologien. Doch seit seinen Vorschlägen sind keine konkreten Fortschritte bei militärischen oder technologischen Partnerschaften in der EU zu verzeichnen.

Schularick übernahm im Sommer 2023 die Leitung des IfW Kiel. Seither betont er immer wieder, dass Europa seine Abhängigkeiten verringern und seine Handlungsfähigkeit verbessern müsse. Ein zentrales Anliegen ist für ihn die intensivere Verteidigungskooperation zwischen den Mitgliedstaaten.

Kritik übt er auch an Deutschlands Umgang mit dem Verteidigungshaushalt: Die Ausgaben seien ineffizient, so sein Vorwurf. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forderungen liegt auf der Entwicklung modernster Technologien, um die Sicherheit der EU zu stärken. Seine Argumente fallen in eine Phase, in der die EU insgesamt über ihre Verteidigungsbereitschaft diskutiert – besonders seit Russlands Angriff auf die Ukraine.

Allerdings zeigen verfügbare Quellen keine klaren Fortschritte bei militärischer oder technologischer Zusammenarbeit, die direkt auf seine Vorschläge zurückgehen. Zwar werden Debatten über autonome Verteidigung und die Perspektiven junger Menschen weitergeführt, doch konkrete Initiativen oder Reformen bleiben aus.

Schularicks Reformdruck erstreckt sich auf Verteidigungsausgaben, technologische Innovation und eine vertiefte EU-Zusammenarbeit. Bisher allerdings folgten seinen Empfehlungen keine dokumentierten Schritte. Die Kluft zwischen seinen Appellen und messbarem Fortschritt lässt die europäische Verteidigungstrategie unverändert.