06 January 2026, 09:06

Jüdischer Student verklagt FU Berlin wegen mangelnden Schutzes vor Antisemitismus

Eine Person steht in der Mitte und hält eine Kamera, während sie ein Bild von einem Kampf zwischen zwei Gruppen auf beiden Seiten aufnimmt, mit einer Wand, einem Tor und einer Flagge im Hintergrund und Sand unten.

Prozess gegen Universität - Verhandlung wird fortgesetzt - Jüdischer Student verklagt FU Berlin wegen mangelnden Schutzes vor Antisemitismus

Ein jüdischer Student der Freien Universität Berlin (FU Berlin) hat rechtliche Schritte gegen die Hochschule eingeleitet. Lahav Shapira wirft der Universität vor, ihn nicht ausreichend vor antisemitischer Diskriminierung und Gewalt geschützt zu haben. Die Klage folgt auf einen Übergriff im Februar 2024, bei dem er verletzt wurde.

Der Angriff auf Shapira ereignete sich Anfang 2024 auf dem Campus der FU Berlin. Das Amtsgericht Tiergarten stufte die Tat später als antisemitisch motiviert ein und verurteilte den Angreifer zu drei Jahren Haft. Auch die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelte in dem Fall.

In seiner Klage argumentiert Shapira, die Universität habe gegen das Berliner Hochschulgesetz verstoßen. Er erklärt, das Klima an der Hochschule habe sein Studium beeinträchtigt und seine grundlegenden Rechte verletzt. Die Universität weist jedoch jede Pflichtverletzung von sich und verweist auf ihre bestehende Antidiskriminierungsrichtlinie sowie eine spezielle Anlaufstelle für solche Vorfälle.

Das Amtsgericht Tiergarten wird am 26. Februar 2026 erneut tagen, um die Maßnahmen der Universität gegen Antisemitismus zu prüfen. Bisher haben sich keine weiteren Organisationen öffentlich mit der Bekämpfung antisemitischer Diskriminierung an Berliner Hochschulen befasst.

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Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Antisemitismus im akademischen Umfeld auf. Die anstehende gerichtliche Überprüfung wird zeigen, ob die Maßnahmen der FU Berlin den gesetzlichen Anforderungen genügen. Das Urteil könnte wegweisend dafür werden, wie Hochschulen künftig mit Diskriminierungsfällen umgehen.