Kieler Uni entzieht Islamischer Hochschulgruppe nach Extremismusvorwürfen den Status
Lissi StiebitzKieler Uni entzieht Islamischer Hochschulgruppe nach Extremismusvorwürfen den Status
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat bekannt gegeben, dass sie der Islamischen Hochschulgruppe (IHG) den offiziellen Status entziehen wird. Die Entscheidung folgt auf eine Überprüfung umstrittener Veranstaltungen während einer Aktionswoche im Mai 2025. Bis zur endgültigen Aberkennung sind die Privilegien der Gruppe – darunter der Zugang zu Universitätsräumen und digitalen Systemen – ausgesetzt worden. Im Mittelpunkt der universitären Untersuchungen standen Vorwürfe im Zusammenhang mit den Aktivitäten der IHG. Dazu gehörten die Einladung eines Referenten mit mutmaßlichen Verbindungen zur salafistischen Szene, die Durchsetzung einer geschlechtsspezifischen Sitzordnung sowie die Verbreitung von Materialien, die angeblich mit salafistischer Ideologie in Verbindung stehen. Zudem wurde der Gruppe vorgeworfen, bei der Organisation von Veranstaltungen gegen interne Richtlinien zu verstoßen. Die CAU kam zu dem Schluss, dass die Vorwürfe nicht abschließend geklärt werden konnten. Entscheidend sei jedoch, dass das Vertrauen in die IHG nachhaltig beschädigt worden sei. Folglich verliert der Verband seinen anerkannten Status und damit den Zugang zu universitären Ressourcen und Fördermitteln. Darüber hinaus prüft die Universität rechtliche Schritte gegen beteiligte Personen. Mögliche Maßnahmen reichen von Exmatrikulationen über Hausverbote für externe Teilnehmer bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen. Stand Dezember 2025 sind jedoch noch keine konkreten Namen öffentlich mit dem Fall in Verbindung gebracht worden, obwohl interne Überprüfungen laut Angaben weiterlaufen. Als Reaktion hat die CAU versprochen, ihre Richtlinien für die Anerkennung von Studierendengruppen und die Vergabe von Räumlichkeiten zu verschärfen. Ziel ist es, künftigen Missbrauch von Universitätsprivilegien zu verhindern und gleichzeitig ein sicheres, respektvolles und für akademische Debatten offenes Umfeld zu gewährleisten. Die Suspendierung der IHG stellt einen bedeutenden Schritt in den Bemühungen der Kieler Universität dar, Bedenken hinsichtlich extremistischer Einflüsse auf dem Campus zu begegnen. Der Entzug des Status wird parallel zu möglichen juristischen Maßnahmen vorangetrieben, während in naher Zukunft aktualisierte Leitlinien für Studierendenorganisationen erwartet werden. Die Universität betonte ihre unveränderte Verpflichtung, akademische Werte ohne Kompromisse zu wahren.






