Klimagelder erreichen kaum Kleinbauern – nur 0,36 Prozent fließen direkt
Hans Jürgen ZobelKlimagelder erreichen kaum Kleinbauern – nur 0,36 Prozent fließen direkt
Ein neuer Bericht zeigt: Nur ein winziger Bruchteil der internationalen Klimafinanzierung für Anpassungsmaßnahmen kommt direkt bei Kleinbäuerinnen und Kleinbauern an. Diese Bauern, die mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungskalorien produzieren, erhalten lediglich 0,36 Prozent solcher Mittel. Bauernvertreter fordern nun dringend eine Reform des Systems.
Sprecher des Bündnisses Family Farmers for Climate Action äußerten sich kürzlich bei einer Veranstaltung. Esther Penunia, Stephen Muchiri und Thomas Patriota schilderten die wachsenden Bedrohungen für Familienbetriebe – von Klimafolgen bis zu steigenden Produktionskosten. Sie betonten, dass extremes Wetter wie El Niño Niederschläge durcheinanderbringt und weltweit die Landwirtschaft beeinträchtigt.
Das Bündnis schlägt eine Lösung vor: einen Resilienz- und Ermächtigungsfonds für Bauern. Dieser Fonds würde Klimagelder direkt an Bauernorganisationen weiterleiten. Diese kennen lokale Bedürfnisse oft am besten und können wirksame, von Bauern getragene Lösungen ausbauen – etwa agroökologische Methoden oder die Renaturierung von Landschaften.
Aktuell geht der Großteil der Klimafinanzierung an Kleinbauern vorbei. Das Bündnis argumentiert, dass direkte Investitionen entscheidend sind, um widerstandsfähige Ernährungssysteme aufzubauen und die Artenvielfalt zu schützen. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie ihre Organisationen spielen eine zentrale Rolle für die globale Ernährungssicherheit. Direkter Zugang zu Klimageldern könnte ihnen helfen, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und ländliche Lebensgrundlagen zu sichern. Der vorgeschlagene Fonds soll die bestehende Lücke in der Mittelverteilung schließen.
