16 March 2026, 12:30

Lyten übernimmt Northvolt-Standorte und plant Milliardeninvestition in Deutschland

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine Maschine bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, mit dem Text "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Lyten plant Batterie-Neustart in Heide mit spezieller Technologie - Lyten übernimmt Northvolt-Standorte und plant Milliardeninvestition in Deutschland

US-Batteriehersteller Lyten expandiert mit Großübernahme und neuen Werksplänen nach Europa

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Der amerikanische Batteriespezialist Lyten dringt mit einer milliardenschweren Übernahme und dem Bau einer neuen Fabrik auf den europäischen Markt vor. Das Unternehmen hat die insolventen schwedischen Standorte des Batterieherstellers Northvolt für knapp 5 Milliarden US-Dollar (rund 4,2 Milliarden Euro) übernommen. Nun plant Lyten den Aufbau eines hochmodernen Werks in Norddeutschland, das auf eine andere Batterietechnologie als sein Vorgänger setzen soll.

Zur Übernahme gehören Northvolts Hauptwerk in Skellefteå sowie das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Västerås. Der Deal folgt auf die finanziellen Schwierigkeiten des schwedischen Unternehmens, wobei jedoch noch fast 200 Millionen Euro aus der ursprünglichen Projektfinanzierung auf einem Treuhandkonto verbleiben.

Lyten spezialisiert sich auf Lithium-Schwefel-Batterien, die ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt und Nickel auskommen. Diese Technologie bietet eine höhere Energiedichte als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen und eignet sich besonders für Nischen- und Spezialmärkte. Allerdings gibt es noch Herausforderungen bei der Raumeffizienz und der Schnellladefähigkeit im Vergleich zu konventionellen Batterien.

Das US-Unternehmen beabsichtigt nun, in der Nähe von Heide einen kombinierten Standort für Batteriezellenproduktion, Rechenzentrum und Energiespeicher zu errichten. Mit dem Baubeginn könnte bereits 2027 begonnen werden – vorausgesetzt, Lyten übernimmt erfolgreich die deutsche Northvolt-Tochter. Verhandelt wird derzeit mit der Bundesregierung, der staatlichen Förderbank KfW und Vertretern Schleswig-Holsteins.

Ursprünglich hatte Northvolt in Heide ein Batteriewerk mit rund 3.000 Arbeitsplätzen geplant. Das Projekt war mit einer 600-Millionen-Euro-Wandelanleihe gesichert, wobei ein Teil der Mittel bereits verwendet wurde. Lyten-Chef Dan Cook besuchte kürzlich die Region, um mit lokalen Verantwortlichen über die Übernahme zu sprechen.

Das geplante Werk in Heide würde auf Lytens patentierte Lithium-Schwefel-Technologie setzen – ein anderer Ansatz als Northvolts Fokus auf Silizium-Anoden und klassische Lithium-Ionen-Chemie. Michael Thomas Fröhlich, Geschäftsführer von UVNord, schlug vor, einen Investitionsbeirat zu gründen, um die langfristige Umsetzung des Projekts zu sichern.

Falls die Pläne genehmigt werden, würde Lytens Fabrik eine neue Batterietechnologie in den deutschen Energiesektor bringen. Die 4,2-Milliarden-Euro-Übernahme der schwedischen Northvolt-Standorte markiert einen wichtigen Schritt in der europäischen Expansion des Unternehmens. Ob der Bau wie geplant vorankommt, hängt von den laufenden Gesprächen mit den deutschen Behörden ab.

Quelle