10 February 2026, 02:43

"Mainz bleibt Mainz" setzt auf Generationswechsel und erste Protokollführerin

Ein Vintage-Plakat für ein Ereignis in Wien, Österreich, das eine Gruppe von Menschen in einem Kreis mit einer Frau in der Mitte, die ein Musikinstrument hält, und Text mit Ereignisdetails zeigt.

"Mainz bleibt Mainz" setzt auf Generationswechsel und erste Protokollführerin

Die 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" bricht neues Terrain, ohne dabei die Traditionen aus den Augen zu verlieren. In diesem Jahr wartet die Sendung mit einer historischen Premiere auf: Chrissy Grom übernimmt als erste Frau das Amt der Protokollführerin. An ihrer Seite werden sowohl legendäre Künstler als auch aufstrebende Talente die Bühne betreten – eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus Bewährtem und Neuem.

Die Ausstrahlung steht im Schatten der technischen Pannen und des deutlichen Zuschauerrückgangs des Vorjahres, der viele dazu veranlasste, über die Zukunft des traditionsreichen Karnevalsspecials zu spekulieren.

Chrissy Grom schreibt mit ihrer Rolle als Protokollführerin Geschichte – ein Amt, das einst ihr Vater innehatte. Bekannt für ihren scharfen Witz, wird sie eine beißende politische Rückschau auf das vergangene Jahr präsentieren. Ihre Berufung markiert einen bewussten Schritt hin zu frischen Stimmen im Programm.

Die Veranstaltung wird zudem von emotionalen Abschieden und großen Jubiläen geprägt sein. Hansi Greb, berühmt als "Hobbes", gibt seine letzte Vorstellung und schließt damit ein Kapitel der Showgeschichte. Gleichzeitig feiert Jürgen Wiesmann sein 25-jähriges Bühnenjubiläum mit seiner beliebten Seifenoper über "Ernst Lustig". Zudem wird der 100. Geburtstag der "Mainzer Hofsänger" gewürdigt – ein fester Bestandteil der Karnevalstradition.

Politische Satire bleibt ein zentrales Element: Vier Redner werden zu Wort kommen. Florian Sitte (Till) und Johannes Bersch (Moguntia) ergänzen Grom mit pointierter Gesellschaftskritik. Andreas Schmitt, obwohl er in seiner Heimatstadt als Oberbürgermeister kandidiert, kehrt als Sitzungspräsident zurück und wird die Sendung in seiner Rolle als "Obermessdiener" beschließen.

Das ZDF inszeniert die diesjährige Ausgabe als mutigen Generationswechsel. Während erfahrene Künstler gebührend gewürdigt werden, rücken jüngere Talente und moderne Trends in den Fokus. Diese Neuausrichtung folgt auf die 70. Ausgabe, die im Januar 2026 mit nur 3,85 Millionen Zuschauern einen historischen Tiefstand erreichte – und selbst von Wiederholungen von "In aller Freundschaft" an jenem Abend übertroffen wurde.

Die 71. "Mainz bleibt Mainz" verbindet Tradition mit Innovation – von Groms bahnbrechender Rolle bis zum Abschied langjähriger Akteure. Die Macher setzen klar auf eine Verjüngungskur nach den Rückschlägen des Vorjahres. Ob dieser Mix aus Nostalgie und frischem Wind die Zuschauer zurückgewinnen wird, bleibt abzuwarten.