11 January 2026, 18:42

Mainzer Karnevalspause: „Allerscheenste“ macht 2026 dicht – aber nicht für immer

Eine KarnevalsSzene mit Zelten, einem zentralen Mast, Menschen, Bäumen, Strommasten, Straßenbahnen auf der Straße und einem Eisenständer auf der linken Seite unter einem Himmel.

Mainzer Karnevalspause: „Allerscheenste“ macht 2026 dicht – aber nicht für immer

„Närrischer Stammtisch Allerscheenste“, eine traditionsreiche Mainzer Karnevalsgesellschaft, kündigt eine vorübergehende Pause an. Nach fast 40 Jahren mit lebhaften Sitzungen macht die Gruppe 2025 eine Auszeit und setzt 2026 komplett aus. Doch bereits jetzt steht fest: 2027 soll es unter neuer Führung eine Rückkehr geben.

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Die Allerscheenste, 1986 gegründet, hat sich mit ihrem ungeschminkten Humor und scharfsinnigen Kommentaren zum lokalen Geschehen einen Namen gemacht. Ihre Treffen finden im rustikalen Gewölbekeller der Augustinerstraße statt, wo Redner – stets unentgeltlich – in der Tradition des Kneipenkarnevals freimütige Spottreden halten. Wer regelmäßig teilnimmt, kann Mitglied werden; die Treffen finden alle drei Wochen im Augustinerkeller der Mainzer Altstadt statt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt nur 1,11 Euro im Monat – ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft auf finanzielle Hürden verzichtet und sich rein dem karnevalistischen Miteinander widmet.

Der Beschluss zur Pause kam nach Jahren rückläufiger aktiver Mitgliedschaft; das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt mittlerweile bei über 70 Jahren. Dennoch pflegt die Gesellschaft ihre Traditionen weiter, etwa den jährlichen „Aller-Allerscheenste“-Preis, der seit 1996 an verdiente Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals vergeben wird. Holger Bartz, seit 2019 dabei, übernahm 2026 den Vorsitz von Karin Junker. Sein Ziel ist es, die Gesellschaft zu verjüngen und ihre Zukunft zu sichern. Zwar fallen 2026 keine Sitzungen aus, doch Bartz hat die Rückkehr für 2027 bestätigt. Die Grundsätze bleiben unverändert: ein Karneval ohne Machtkämpfe, ohne kommerzielle Interessen – ganz im Zeichen von Witz, Tradition und Gemeinschaft.

Die Allerscheenste wird 2027 unter der Leitung von Holger Bartz wieder durchstarten. Die Pause soll helfen, die Mitgliedersituation zu stabilisieren und das Überleben der Gesellschaft zu sichern. Bis dahin ruht ihr Erbe aus scharfem Humor und ehrenamtlichen Auftritten – doch es ist nicht in Vergessenheit geraten.